Hacker haben Anfang der Woche die Kühlanlagen eines französischen Blutspendedienstes versucht zu manipulieren. Über den Dienstleister „Coolworld“ wurden die Einstellungen von normalerweise minus 30 Grad Celsius auf bis zu 110 Grad Celsius umgestellt.
Ein Bereitschaftstechniker bemerkte den Temperaturanstieg in der Nacht zum Montag (2. November) rechtzeitig. Das französische Gesundheitsministerium erklärte, es habe „null operative Auswirkungen“ gegeben, weder auf die Transfusionskette noch auf Patienten. Dennoch unterstreicht der Vorfall die Verwundbarkeit kritischer medizinischer Infrastruktur.
Hacker greifen Kühlanlagen des französischen Blutspendedienstes an
Betroffen waren unter anderem Anlagen in der Region Bourgogne-Franche-Comté, in denen Spenderproben und gefrorenes Plasma für Transfusionen gelagert wurden.
Dieser Angriff reiht sich in eine Serie von Cyberattacken auf vernetzte Kühltechnik ein. Vor drei Wochen waren bereits Hunderte Supermärkte der Ketten Intermarché und Coopérative U in Frankreich betroffen.
Nach Supermarkt-Attacken: Hacker treffen französischen Blutspendedienst
Die Kühlanlagen wurden lahmgelegt und sämtliche gekühlten und gefrorenen Waren mussten vernichtet werden. Bisher hat sich niemand zu den Taten bekannt.
In den vergangenen Tagen meldeten auch Schweden, Belgien, Estland, Finnland, Luxemburg, Italien, Irland, die Niederlande und Portugal ähnliche Attacken auf Supermarkt-Kühlungen. Die Temperaturen stiegen dabei teilweise auf 50 Grad Celsius.
So berichtete etwa eine ICA-Filiale in Sjöbo (Schweden), ihre Anlagen seien auf 50 Grad Celsius eingestellt worden. In Belgien waren unter anderem die Supermarktketten Delhaize, Carrefour, Colruyt, Intermarché und Spar betroffen. Viele Märkte mussten große Mengen Lebensmittel entsorgen.
Die EU-Kommission zeigte sich besorgt. Es fehlen weiterhin Hinweise auf die Täter und ihre Motive. Die Vorfälle machen deutlich, wie anfällig vernetzte Kühl- und Steuerungssysteme in Handel und Gesundheitswesen inzwischen sind. (red)


