Bis Ende des SommersIkea streicht „Topseller“ aus Sortiment

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Auf einem Turm ist das Ikea-Logo angebracht und prangt über dem Möbelhaus.

Ikea streicht in Deutschland zahlreiche Produkte aus seinem Lebensmittel-Sortiment. Unter anderem betroffen sind die Daim-Rolle und die Marabou-Schokolade.

Das schwedische Möbelhaus Ikea trennt sich von einigen beliebten Produkten, betroffen ist das Lebensmittel-Sortiment.

Die schwedische Möbelhaus-Kette Ikea streicht überraschend mehrere Produkte kurzfristig aus dem Lebensmittel-Sortiment in Deutschland. Betroffen sind alle Produkte des US-Lebensmittelkonzerns Mondelez, der unter anderem die beliebte Marabou-Schokolade und Produkte der Schokoladen-Marke Daim herstellt. Die Süßigkeiten sollen schon bald aus den Regalen des sogenannten Schwedenshops verschwinden.

In Schweden und Norwegen hatte Ikea bereits Mitte Juni das Aus für Mondelez-Produkte angekündigt. Der Konzern steht wegen seiner Aktivitäten in Russland auf einer sogenannten schwarzen Liste der ukrainischen Antikorruptionsbehörde und seit Monaten in der Kritik. Lange sind die bei Ikea dennoch beliebten Schokoladenprodukte nicht mehr erhältlich.

Ikea Deutschland: Beliebte Produkte aus Sortiment gestrichen – nur noch kurzzeitig verfügbar

Bis Ende August sollen die Marabou-Schokolade, Daim-Produkte und auch ein Schokoladen-Mix von Mondelez aus dem Sortiment verschwinden, es werden nur noch Restbestände verkauft. Das bestätigte eine Ikea-Sprecherin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Ikea bietet ein breites Sortiment an Mondelez-Produkten an, die Marabou-Schokolade wird auf der schwedischen Website des Unternehmens als „Topseller“ bezeichnet, ebenso die Daim-Rolle. In Deutschland wird sie als „Schokoladenlegende“ beschrieben und erfreut sich bei vielen Kunden großer Beliebtheit. Ikea plant nun aber mit einer Alternative.

Ikea: Marabou-Schokolade verschwindet aus Schwedenshop – Alternative bereits geplant

Das Unternehmen wolle sich stärker auf die Produktion eigener Süßwaren mit Ikea-Label konzentrieren, erklärte der schwedische Pressesprecher Matthias Hennius der Zeitung „Göteborgs Posten“, die zuerst über das Aus der Mondelez-Produkte berichtet hatte. „Dahinter steckt vor allem das langfristige Bestreben, so viele Ikea-Produkte wie möglich in unserem Sortiment zu haben“, sagte Hennius weiter.

In Skandinavien boykottieren zahlreiche Unternehmen, darunter die Schifffahrtsgesellschaft Stena Line und das schwedische Bahnunternehmen SJ, derzeit Produkte von Mondelez aufgrund des ausbleibenden Rückzugs aus Russland. Weder Ikea Schweden noch Ikea Deutschland wollten allerdings kommentieren, inwiefern der Boykott eine Rolle bei der Entscheidung gespielt habe.

Mondelez: Kritik an Entscheidung bei Toblerone – Schokoladen-Verpackung muss geändert werden

Ikea betreibt in Deutschland 54 Einrichtungshäuser, darunter zwei in Köln mit den Standorten Godorf und am Butzweilerhof, wo das zweitgrößte Möbelhaus des Konzerns in Deutschland steht. Die Mondelez-Produkte gehören seit Jahren zum Standard-Sortiment in der Lebensmittelabteilung, in der viele schwedische Lebensmittel angeboten werden.

Mondelez hatte unlängst Kritik geerntet, als bekannt wurde, dass das Unternehmen die Schweizer Toblerone-Schokolade nicht mehr in Bern, sondern künftig in der Slowakei produzieren wolle. Die Verpackung der Schokolade muss deswegen geändert werden, da Toblerone nicht mehr nach dem „Swissness“-Prinzip überwiegend in der Schweiz hergestellt wird und deswegen nicht mehr mit „Made in Switzerland“ werben darf. (shh)

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