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„Letzte Verteidigungslinie“In Köln entsteht Europas Zentrum für krisenfeste Satellitenkommunikation

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Entwurf des Govsatcom-Hub: ein kltziger, rechteckiger Bau, etwa 30 Meter hoch, mehr als 1000 Quadratmeter groß und mit reichlich Platz für Server, Kühlgeräte und rund 100 Mitarbeitende.

So könnte der Govsatcom-Hub auf dem Gelände des DLR in Köln bald aussehen: etwa 30 Meter hoch, mehr als 1000 Quadratmeter groß und mit reichlich Platz für Server, Kühlgeräte und rund 100 Mitarbeitende.

Wenn im Ernstfall Strom und Mobilfunk ausfallen, soll künftig der Satellit einspringen – mit dem Bau des Govsatcom-Hubs wird Köln dabei zur europäischen Schaltzentrale

Naturkatastrophen wie das Jahrhundertwasser im Ahrtal sind nur schwer zu verhindern. Im schlimmsten Fall gefährden sie nicht nur Menschenleben, sondern erschweren die Rettung, indem sie Stromversorgung und Mobilfunknetz lahmlegen, wie 2021 geschehen. 

Damit in Zukunft zumindest die Absprache zwischen Behörden, Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz sichergestellt werden kann und Einsatzkräfte koordiniert werden können, entsteht in Köln gerade der sogenannte Govsatcom-Hub – einer von zwei europäischen Knotenpunkten für sichere Satellitenkommunikation. Ein Pendant ist in Griechenland geplant.

NRW beteiligt sich mit bis zu 50 Millionen Euro am Govsatcom-Hub

Denn wenn Kabel beschädigt werden oder das Internet ausfällt, können Satelliten im Orbit helfen. Das gilt nicht nur im Falle von Naturkatastrophen, sondern auch bei Cyberangriffen oder geopolitischen Krisen. Als „last line of defence“ – eine Art letzte Verteidigungslinie – bezeichnet das deutsche Forschungsministerium die funktionsfähige Kommunikation über Satellitensysteme, die der Govasatcom-Hub ermöglichen soll. Land und Bund finanzieren den Neubau zusammen. Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit einem Investitionsvolumen von bis zu 50 Millionen Euro an dem europäischen Raumfahrtprojekt.

In dem neuen Gebäude, dessen Baubeginn am Dienstag auf dem Gelände des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) in Porz eingeläutet wurde, sollen in ein paar Jahren „Pooling und Sharing“ für die europäischen Mitgliedsstaaten erfolgen: die effiziente Verschaltung von Service-Anbieter und -Nutzer für behördliche und sensible Anwendungen. „Alle schmeißen ihre Satellitenkapazitäten zusammen und dann teilt man sie wieder auf, für den, der sie gerade am dringendsten braucht. Das ist die Idee, einfach ausgedrückt“, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) beim Spatenstich.

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst beim Spatenstich des Govsatcom-Hub auf dem DLR-Gelände in Köln

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) beim Spatenstich des Govsatcom-Hub auf dem DLR-Gelände in Köln

Noch braucht es einiges an Fantasie, um sich den Betrieb vorzustellen. Eine 28 mal 40 Meter große sandige Kuhle markiert die Fläche, in der in einigen Jahren rund 100 Mitarbeitende für die Sicherheit und Resilienz Europas im Krisenfall sorgen sollen. Sieben Meter tief und 30 Meter hoch wird das Gebäude den aktuellen Plänen zufolge. Der Platz wird vor allem für allerhand Technik benötigt, Server und Kühlgeräte zum Beispiel.

„Dieser Hub wird eine zentrale Rolle dabei spielen, zu koordinieren, zu allokieren und die Stärken zu bündeln, überall dort, wo Krisen es gerade erfordern“, so Wüst. Europäische Handlungsfähigkeit sei besonders in der aktuellen Zeit mit dem Krieg in der Ukraine, hybriden Bedrohungen und Angriffen auf die kritische Infrastruktur entscheidend. 

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur ergänzte: „Der Govsatcom-Hub in Köln ist beides: ein Sicherheitsgewinn für Europa und ein Standortsignal für Nordrhein-Westfalen.“ Das Land sei schon heute ein führender Raumfahrtstandort. „Mit diesem Hub übernehmen wir Verantwortung für die Resilienz ganz Europas“, so die Grünen-Politikerin.

Auch das DLR in Köln rechnet damit, dass die Investitionen weitere Entwicklungen am Standort vorantreiben. Start-ups könnten sich in unmittelbarer Nähe ansiedeln und neben ESA, Wissenschaft und bereits vorhandener Industrie für weiteres Wachstum sorgen, Innovationen fördern und zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen, so die Hoffnung.