- In NRW schließt Galeria Karstadt Kaufhof 18 Filialen, bundesweit verlieren 5317 Menschen ihren Job.
- Unsere Autorin kommentiert den Kahlschlag beim traditionsreichen Warenhauskonzern.
- Sie konstatiert, dass der Konzern noch immer kein schlüssiges Konzept für ein Warenhaus der Zukunft erkennen lässt.
Köln – Es ist ein bitterer Tag für die Beschäftigten von Galeria Karstadt Kaufhof. Mehr als 5300 Menschen verlieren ihre Arbeit. Man hätte der Belegschaft ein besseres Ergebnis gewünscht, haben sie doch in den vergangenen Jahren schon viele schwarze Tage hinter sich gebracht.
Angefangen von den vielen Sanierungsversuchen bei Karstadt bis zur Insolvenz über die bereits harten Einschnitte im Zuge der Fusion mit Kaufhof, die wieder viele Stellen kostete. Der Verzicht auf Gehalt, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, immer neue Konzeptversuche in den Häusern – schon lange ist man im Krisenmodus und war bereit zum Verzicht.
Corona machte Hoffnungen zunichte
Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurden nun alle Hoffnungen zunichte gemacht, dass der harte Sparkurs greift und die Pläne für eine Neuausrichtung der Warenhäuser vielleicht Früchte tragen könnte. Der Shutdown kostete einfach zu viel Geld. Bis Ende 2022 rechnet Galeria mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro. Da half es auch nicht, dass Eigentümer René Benko immer wieder Geld nachschoss, was ihm von der Belegschaft und den Arbeitnehmervertretern trotz aller Differenzen hoch angerechnet wurde.
Nun soll der Konzern vermutlich mit der Fokussierung auf attraktive Lagen in größeren Städten auf Kurs gebracht werden. Was allerdings nach wie vor nicht erkennbar ist, ist ein schlüssiges Konzept, wie das Warenhaus der Zukunft aussehen soll.
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Es ist den Mitarbeitern zu wünschen, dass sich ein neuer Konzernchef findet, der eine Vision mitbringt, die sich auch im Praxistest als tragfähig erweist. Und damit nicht nur die verbleibenden Filialen, sondern auch die entsprechenden Innenstädte wieder belebt. Denn sie sind mit der Schließung vieler Filialen die zweiten großen Verlierer der Galeria-Krise.


