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LieferserviceRewe setzt auf den Thermoskannen-Trick

Die Kühlboxen für den Rewe-Lieferservice bekommen ein Update. So funktioniert die neue Isoliermethode.

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Rewe-Kühlboxen auf einem Laufband im Logistikzentrum in Köln

Eine neue Vakuum-Isoliertehnick macht Rewes Kühlboxen noch effizierter.

Am Morgen wird gepackt, bis in den späten Abend wird geliefert. Bis zu acht Stunden sind Rewes Lieferfahrzeuge unterwegs. Acht Stunden, in denen Gemüse kühl und Gefriergut kalt bleiben muss. Auch bei Außentemperaturen von bis zu 40 Grad, wie häufiger im vergangenen Sommer. Gar nicht so einfach. Denn der Innenraum der Lieferfahrzeuge heizt sich schnell auf und die Transporter verfügen über keine aktive Kühlung.

Bislang kam daher Trockeneis zum Einsatz. Das erfüllt zwar seinen Zweck, ist aber umständlich im Umgang. Die gefrorenen Eisbeutel sind rund -80 Grad kalt und können nur mit Handschuhen in die Kühlboxen gefüllt werden. Je nach Außentemperatur braucht es mehr oder weniger von dem Kältespeicher. Die Rewe-Mitarbeiter mussten daher bislang je nach Wetter und Route die Menge der mitgegebenen Kühlmittel anpassen. Außerdem geht das Trockeneis beim Schmelzen nicht in Flüssigkeit über, sondern direkt in gasförmiges Kohlenstoffdioxid. Das ist nicht nur klimaschädlich, sondern auch eine Gefahrenquelle für Mitarbeiter.

120 Patente stecken in den Vakuum-Paneelen

Rewe hat nun eine Lösung für das Problem gefunden. Gemeinsam mit dem fränkischen Partner va-Q-tec aus Würzburg hat der Lebensmitthändler eine Kombination aus superdünner Vakuum-Isolierung für die Boxen mit klassischen Kühlakkus gefunden. „Die Kühlkette ist die Achillesferse unseres Geschäfts“, räumt Daniel Jäger, Vorstand für das operative Geschäft beim Rewe-Lieferservice im Gespräch mit unserer Redaktion ein. „Es ist entscheidend für die Qualität unserer Produkte, dass wir es schaffen, eine sehr konstante Temperatur zu halten.“

Das gelingt mit der neuen Isolierung besser als mit dem Trockeneiszusatz. Der bringt anfangs zwar eine hohe Kälteleistung, verliert sie aber über den Tag. Während Ware im Kühlbereich bis maximal zwei Grad bislang separat verpackt werden musste, können Joghurt und Hackfleisch nun gemeinsam mit Frischeprodukten wie Salat und Pasta in eine der neuen, sehr stabil gekühlten Boxen gelagert und transportiert werden.

120 Patente stecken in den unscheinbar aussehenden, nur wenige Zentimeter dicken Vakuum-Paneelen, die denselben Effekt haben wie die Isolierung von Thermoskannen. Das Know-how steckt in den Maschinen, die das Vakuum erzeugen, im Material, im Herstellprozess. Die Experten von va-Q-tec trauen ihrer Technik, die auch in Kühlschränken oder in der Isolation von Warmwasserspeichern verbaut ist, sogar zu, die Kühlware bis zu zwölf Stunden zu konservieren.

Kühlakku der Rewe-Lieferbox

Die Kühlakkus sind im Deckel der Lieferboxen eingelassen und werden nach jeder Tour in einem Kühlcontainer über 24 Stunden wieder heruntergekühlt.

Für Rewe lohnt sich das Update für die Kühlbox auch finanziell. In gerade einmal 18 Monaten sollen sich die Investitionen amortisiert haben. Die ersten 1500 Boxen im Logistikzentrum für den Kölner Raum sind bereits umgerüstet worden. Zehntausende Boxen in den 15 weiteren Zentren deutschlandweit sollen bald folgen.