Wegen des Nahost-Konflikts steigen die Preise für Dünger und Energie. Die Weltbank warnt vor Folgen für die Ernährung.
Millionen droht HungerWeltbank warnt vor Hungersnot wegen hoher Düngerpreise

Steigende Düngermittelpreise bedrohen laut Weltbank die sichere Lebensmittelversorgung von Millionen von Menschen. (Archivbild)
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Laut Angaben der Weltbank gefährden anziehende Kosten für Dünger die Ernährungssicherheit für Millionen von Personen. In einem Rohstoffbericht des Instituts wird für das laufende Jahr ein Preisanstieg von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert. Für Agrarbetriebe bedeutet dies die höchsten Ausgaben für Düngemittel seit 2022. Damals hatte der Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ebenfalls eine Energieknappheit ausgelöst und die weltweite Hungersituation verschlimmert.
Die Weltbank warnt, dass gestiegene Ausgaben die Profite von Landwirten reduzieren und die Erntemengen bedrohen könnten. Gravierende Auswirkungen auf die Verfügbarkeit sowie die Preisgestaltung von Nahrungsmitteln könnten die Konsequenz sein.
Ernährungssicherheit für Millionen in Gefahr
Sollte die Auseinandersetzung im Nahen Osten andauern, könnten laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen bis zu 45 Millionen weitere Menschen von Hunger betroffen sein. Für das kommende Jahr erwartet die Weltbank, dass der Preisanstieg zumindest etwas nachlassen wird. Diese Prognose ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass die durch den Iran-Krieg behinderten Exporte von Düngemitteln und Rohstoffen nicht über den Mai hinaus anhalten. Ferner dürfen die Preise für Erdgas in diesem Szenario nicht die Rekordwerte aus dem Jahr 2022 erzielen.
Nahost-Konflikt als Preistreiber für Energie
Alles in allem prognostiziert die Weltbank, dass der Iran-Krieg zur kräftigsten Zunahme der Energiepreise seit vier Jahren führen wird. Für das Jahr 2026 wird eine Steigerung von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr vorhergesagt. Bei Rohstoffen wird insgesamt mit einem Preisanstieg von 16 Prozent gerechnet. Hierbei spielen neben der Energiekrise und der angespannten Düngemittelsituation auch spezifische Metalle eine Rolle.
Die Ursache hierfür ist die prekäre Situation in der Straße von Hormus. Nach Informationen der Weltbank wird dort etwa ein Drittel des globalen Rohölhandels über den Seeweg umgeschlagen. Dem Bericht zufolge verursachten die Beeinträchtigungen in dieser strategisch bedeutsamen Wasserstraße durch den Iran und die USA „den größten Ölversorgungsschock seit Beginn der Aufzeichnungen“.
Weltbank-Chefökonom: Bedürftigste am härtesten betroffen
Der Krieg wirke sich in mehreren Phasen auf die globale Ökonomie aus, erklärte Weltbank-Chefökonom Indermit Gill in einer Mitteilung. „Zunächst durch höhere Energiepreise, dann durch höhere Lebensmittelpreise und schließlich durch eine höhere Inflation, die die Zinsen in die Höhe treiben und die Verschuldung noch teurer machen wird.“
Gill betonte, dass die bedürftigsten Bevölkerungsgruppen weltweit am stärksten leiden würden. Zudem hätten die Menschen in Entwicklungsländern mit einer bereits erheblichen Verschuldung zu kämpfen. „All dies erinnert an eine bittere Wahrheit: Krieg ist Entwicklung in umgekehrter Richtung.“ (dpa/red)
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