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RüstungsdealDeutz AG fertigt unbemanntes Bodensystem für die Ukraine

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Das autonome Bodenfahrzeug „Gereon“ von Arx Robotics fährt eine schlammige Straße entlang

Das autonome Bodenfahrzeug "Gereon" von Arx Robotics im Einsatz.

Deutz steigt in die Serienproduktion von unbemannten Bodensystemen (UGS) ein. Ab dem Spätsommer sollen die Transporter in der Ukraine zum Einsatz kommen.

Die Zusammenarbeit der Deutz AG mit Start-ups aus der Rüstungsbranche konkretisiert sich. Nach einer Beteiligung der Kölner an der Firma Arx Robotics läuft nun die erste gemeinsame Serienfertigung von Militärgerät bei Deutz hoch. Am Standort Ulm rollt künftig das unbemannte Bodensystem „Gereon“ vom Band. Im Fachjargon ist bei diesem Fahrzeugtyp von „unmanned ground vehicles“ oder kurz UGS die Rede.

Bereits an der Front erprobt

Gereon ist bereits im Ukraine-Krieg im Einsatz und hat sich da offenbar bewährt. Die dortigen Streitkräfte setzen das unbemannte Bodenfahrzeug bereits hundertfach ein, vor allem in Frontnähe. Der selbstfahrende Transporter evakuiert Verwundete und versorgt die Soldaten mit Nachschub. Er übernimmt damit Aufgaben, in denen sonst Menschen besonderen Gefahren ausgesetzt wären. Es gibt zudem auch bewaffnete oder mit Aufklärungstechnik bestückte Ausführungen des Gereon.

Erst kürzlich hatte die Ukraine angekündigt, die Logistik im Kampfgebiet weitgehend auf solche Systeme umstellen zu wollen. Dafür hat das Land alleine im ersten Halbjahr 2026 25.000 derartige UGS  geordert. Ein Gutteil des Auftragsvolumens dürfte auf Arx Robotics entfallen. Denn das Start-up sieht sich selbst als der größte Anbieter von unbemannten Bodenfahrzeugen in der Ukraine. Arx hatte im Juni von einer Verfünffachung der eigenen Flotte in der Ukraine gesprochen und von „mehreren hundert“  neu beauftragten Fahrzeugen.

Der Krieg in der Ukraine entscheidet sich nicht nur durch Innovation, sondern auch durch industrielle Skalierung
Marc Wietfeld, Co-Gründer und CEO von Arx Robotics

Dafür will das Unternehmen die Zahl der derzeit etwa 200 Beschäftigten bis Jahresende verdoppeln und eine eigene Produktion in München aufbauen. Um die erforderlichen Stückzahlen liefern zu können, greife das Unternehmen nun aber zusätzlich auf die Deutz-Infrastruktur zurück.

„Das industrielle Skalierungspotential ist eine zentrale Stärke von Deutz“, bekräftigt Marco Herre, CEO der Verteidigungssparte bei den Kölnern. „Der Krieg in der Ukraine entscheidet sich nicht nur durch Innovation, sondern auch durch industrielle Skalierung“, ergänzt Marc Wietfeld, Co-Gründer und CEO von Arx Robotics. Gemeinsam beschleunigten sein Unternehmen und Deutz „den Aufbau dieser Fähigkeiten“. Die Produktion soll bereits in wenigen Wochen anlaufen. Erste Lieferungen stellt Deutz für den Spätsommer in Aussicht.

Fertigung von Arx-Gerät in einer Produktionsstraße von Deutz

Arx Robotics erhält über Deutz Zugang zu führenden Antriebssystemen, mobiler Energieinfrastruktur und einem leistungsstarkem Produktionsnetzwerk.

Deutz liefert Hochleistungsantriebe für das Landsystem

Aus unternehmerischer Sicht profitiert das Traditionsunternehmen nicht nur als Fertigungspartner, sondern auch als Zulieferer von wichtigen Komponenten. Die Landsysteme sollen nämlich nicht nur in den Hallen von Deutz gefertigt, sondern auch mit Deutz-Technik bestückt werden. Hochleistungsfähige batterieelektrische Antriebe der Kölner kommen bereits im Gereon zum Einsatz. Perspektivisch könnten auch kleinere Verbrenner oder Hybridantriebe in weiterentwickelten und größeren UGS verbaut werden, so Deutz. Das Unternehmen bekommt auf diese Weise Zugang zu den Schnittstellen der Softwareplattform Mithra OS, mit der Arx seine Fahrzeuge betreibt.

Auch weitere Deutz-Sparten profitieren vom neuen Geschäftsfeld Verteidigung. So erhofft sich die Unternehmensführung, dass vermehrt Stromgeneratoren und Wechselspeicher aus dem eigenen Haus in militärischen Zusammenhängen genutzt werden. Der Gereon, wie auch andere autonome Fahrzeuge, sowohl zu Land als auch in der Luft, müssen in Gebieten mit Strom versorgt werden, in denen ein reguläres Stromnetz oft gar nicht oder nur unbeständig zur Verfügung steht.

Parterschaft mit Tytan

Im März hatte Deutz mit dem ebenfalls in München ansässigen Defense-Tech-Unternehmen Tytan eine ähnliche strategische Partnerschaft geschlossen. Tytan baut sogenannte Ramm-Drohnen, die angreifendes Fluggerät KI-gesteuert erkennen, anpeilen und durch Kollision zum Absturz bringen – zu viel niedrigeren Kosten als klassische Raketenabwehrbatterien. Auch hier steht der Hochlauf der Produktion im Fokus der Zusammenarbeit. Tytan konnte bislang nur wenige tausend Drohnen pro Monat fertigen. Angesichts von drei bis vier Millionen Drohnen, die in diesem Jahr voraussichtlich allein über der Ukraine abheben werden, „ist da noch Luft nach oben“, erklärte Marco Herre gegenüber unserer Redaktion.