VersicherungArag boomt mit Rechtsschutz und Krankenkasse

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Das Arag-Versicherungs-Logo vor der Verwaltungszentrale in Düsseldorf

Das Arag-Logo vor der Verwaltungszentrale in Düsseldorf. Der Versicherungskonzern gab am Mittwoch in Düsseldorf seine Bilanzzahlen bekannt.

Der Arag-Konzern profitiert von den aktuellen Krisen. Das familiengeführte Unternehmen wuchs bei Umsatz und Gewinn vor allem mit Rechtsschutzversicherungen.

Unsichere Zeiten veranlassen die Menschen offenbar, sicher besser gegen Wagnisse abzusichern. Das belegen zumindest die neuesten Zahlen der Düsseldorfer Arag-Versicherung. Wie Vorstandschef Renko Dirksen am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf mitteilte, stiegen die Beitragseinnahmen des Unternehmens im Jahr 2023 in Deutschland um 10,5 Prozent oder 133 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro, international immerhin noch um 7,9 Prozent oder 174 Millionen Euro auf 2,37 Milliarden Euro.

Ein Großteil des Zuwachses stammt aus dem Kerngeschäft der Arag, der Rechtsschutzversicherung. Die Beitragseinnahmen in diesem Segment stiegen laut Dirksen um 5,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Auf dem deutschen Markt ist die Arag damit die Nummer zwei mit einem Marktanteil von rund zehn Prozent.

Aus DAS UK wird Arag

Im zweiten Standbein, dem Geschäft mit Krankenversicherungen, stiegen die Beitragseinnahmen von 545 Millionen Euro in 2022 auf 638 Millionen Euro. Mit einem versicherungstechnischen Gewinn von 138 Millionen Euro erzielte die Arag das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte.

Auch das aktuelle Geschäftsjahr ist laut Dirksen gut angelaufen. Allein im ersten Quartal lieferte der Konzern ein Plus von 12,3 Millionen Euro auf 800 Millionen. Auch hier ist mit einem Plus von neun Prozent der Rechtsschutz das Zugpferd.

In Großbritannien hat die Arag das Rechtsschutzgeschäft der Ergo-Tochter DAS UK übernommen. In diesem Jahr wird es integriert und firmiert bald unter dem gelben Logo der Arag. Mit der Übernahme wird die Arag auch erstmals Eigentümerin einer Anwaltskanzlei. Das ist in Deutschland rechtlich nicht möglich, wird aber von der Arag vehement gefordert. „Hierzulande ist der Rechtsmarkt weitgehend monopolisiert und abgeschottet. Sie wissen, dass wir diesen Zustand für einen überkommenen Anachronismus halten, der mit der Lebenswirklichkeit einer modernen Dienstleistungsgesellschaft nichts mehr zu tun hat“, sagte Arag-Chef Dirksen weiter.

Arag ist der größte deutsche Versicherungskonzern in Familienbesitz. Hauptaktionär ist der heutige Aufsichtsratschef und langjährige Vorstandsvorsitzende Paul-Otto Faßbender.

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