Die DEVK verdient trotz eines Jahres mit wenig Schäden kein Geld im Geschäft mit Kfz-Policen. Der Jahresüberschuss verdreifacht sich dennoch.
Weiter Verluste im Kfz-GeschäftKölner Versicherer DEVK wird vorsichtiger

Die Zentrale der DEVK Versicherungen wird umfassend saniert. Frühestens Ende 2027 sollen die Angestellten, die derzeit in Deutz untergebracht sind, wieder dorthin zurückkehren.
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Die Kölner DEVK hat mit weniger Verträgen höhere Beiträge erlöst. Für das Geschäftsjahr 2025 meldet der Versicherer einen Anstieg der Bruttobeiträge um knapp sieben Prozent auf nunmehr 5,75 Milliarden Euro. Weil gezielt veraltete Verträge abgelöst worden seien, ist die Zahl der Kunden leicht um 0,4 Prozent zurückgegangen. Die DEVK betreut nunmehr 14,7 Millionen Verträge bundesweit.
Jahresüberschuss beinahe verdreifacht
Die einzelnen Sparten schlugen sich dabei unterschiedlich. Während die wichtige Schaden- und Unfallversicherung mit 9,7 Prozent Wachstum stärker zulegte als der Markt (8,0 Prozent) und insbesondere die darin enthaltene Kfz-Versicherung mit 14,8 Prozent kräftig wuchs (Markt: 13,9 Prozent), blieben Rechtschutz- und Lebensversicherungen hinter dem Branchenschnitt zurück. Stark gestiegene Beitragseinnahmen vermeldete auch die Krankenversicherungssparte mit einem Plus von 11,6 Prozent (Markt: 8,0 Prozent).
Da das abgeschlossene Geschäftsjahr von wenigen Schadenereignissen wie Hagel und Sturmschäden geprägt war, verbesserte sich das Ergebnis der Sparte deutlich. Die Schaden- und Unfallversicherung der DEVK schloss damit nach Verlusten im Jahr 2024 (minus 61 Millionen Euro) wieder mit einem Gewinn von 18 Millionen Euro ab. Weil sich auch das Ergebnis der Kapitalanlagen verbessert hat, meldet die DEVK unterm Strich einen Jahresüberschuss von 136 Millionen Euro. Das ist beinahe drei Mal so viel wie im Jahr zuvor, als ein Überschuss von 49 Millionen Euro erwirtschaftet worden war.
Der Versicherer nutzt die Mittel, um Rückstellungen für schadenintensive Jahre aufzubauen. Das Eigenkapital hat sich 2025 um 6,9 Prozent erhöht und die Marke von drei Milliarden Euro leicht überschritten.
Kfz-Versicherung schreibt weiter Verluste
Sorgenkind bleibt die Kfz-Versicherung. Die Schaden-Kosten-Quote der Sparte lag mit 105 Prozent zwar niedriger als im Vorjahr, als noch ein Wert von 111,5 Prozent zu verzeichnen war (liegt die Quote unter 100, steht unter dem Strich ein Gewinn). Die DEVK macht mit der Sparte daher weiterhin spürbar Verluste. Der Versicherer weist auf stark gestiegene Kosten für Pkw-Ersatzteile und Werkstattstunden. Die beiden Kostenblöcke hätten seit dem Jahr 2017 um mehr als 60 Prozent zugelegt. Auch die Ausgaben für Anwälte und Sachverständige seien gestiegen. Wegen des hohen Konkurrenzdrucks in der Sparte habe man Beitragsanpassungen in gleichem Maße nicht durchsetzen können, erklärt der Versicherer.
Mit Blick auf das laufende Jahr hat sich die Gruppe vorgenommen, „Risiken selektiver zu zeichnen" und die Schwankungsrückstellungen, also die Reserve für schadenreiche Jahre, weiter zu stärken. Die DEVK rechnet vor diesem Hintergrund mit einem abgeschwächten Beitragswachstum von rund vier Prozent, was aber ausreichen könnte, um die Sechs-Milliarden-Marke zu knacken. Trotz des vorsichtigen Ausblicks strebt die DEVK 2026 erneut einen deutlich verbesserten Jahresüberschuss an.
Als Wachstumstreiber setzt das Unternehmen unter anderem auf einen neuen Wohngebäudetarif, der in diesem Frühjahr gestartet ist. Auch auf eine mögliche Pflicht zur Versicherung von Elementarschäden sieht sich die DEVK gut vorbereitet. Eine KI-gestützte Simulation von Starkregenereignissen soll eine „präzise Risikoeinschätzung ermöglichen und wettbewerbsfähige Konditionen sichern“, so die DEVK.
