Nach drei Todesfällen durch Legionellen an der Uniklinik Köln hat der Prozess gegen einen 61-jährigen Mitarbeiter begonnen.
Prozess um Legionellen-Tote61-Jähriger nach drei Todesfällen an der Uniklinik Köln angeklagt

Vor dem Landgericht Köln geht es um eine Legionellen-Infektion mit drei Toten. (Archivbild)
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Am Kölner Landgericht hat am Freitag (9.15 Uhr) der Prozess gegen einen 61-jährigen Mann begonnen. Ihm wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Der Fall steht im Zusammenhang mit einer Legionellen-Infektion an der Uniklinik Köln vor knapp sechs Jahren, bei der drei Menschen starben.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte die Überwachung der Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik nicht vorschriftsgemäß sichergestellt. Der Mann soll zur betreffenden Zeit als Mitarbeiter einer Tochtergesellschaft der Uniklinik tätig gewesen sein, die für das Gebäudemanagement zuständig ist.
Vorwurf: Notwendige Wasserprüfungen versäumt
In der Anklageschrift wird dargelegt, dass die entsprechende Anlage nach der Winterpause im Januar 2020 gereinigt wurde. Bei der Wiederinbetriebnahme im Mai desselben Jahres sei die Verdunstungskühlanlage mit Wasser befüllt worden, jedoch ohne die vorgeschriebene Prüfung auf Legionellen-Erreger.
Auch weitere erforderliche Kontrollen seien ausgeblieben. Dies führte laut Anklage dazu, dass sich im Wasser unbemerkt Legionellen bilden und vermehren konnten. Infolgedessen habe die Anlage ab der zweiten Junihälfte Wasserdampf mit einer hohen Bakterienkonzentration freigesetzt.
Drei Todesopfer und drei Überlebende
Der kontaminierte Wasserdampf drang demnach durch Fenster und Lüftungsanlagen in ein etwa 100 Meter entferntes Bettenhaus der Klinik ein. Sechs Patienten, die den Dampf inhalierten, entwickelten eine Lungenentzündung. Drei von ihnen überlebten nicht, die drei anderen konnten durch die Gabe von Antibiotika gerettet werden.
Für das Gerichtsverfahren sind bis Mitte Juni insgesamt sieben Verhandlungstage anberaumt. (dpa/red)
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