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Israel stoppt Gaza-FlotteIsraelische Marine bringt alle 430 Aktivisten nach Israel

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Gaza-Hilfsflotte

Israels Marine hat nach Regierungsangaben die Protestaktion der Gaza-Hilfsflotte «Global Sumud Flotilla» beendet.

Israels Marine stoppt Hilfsflotte für Gaza. Israel spricht von PR-Stunt, die Organisatoren von „Entführung“.

Laut einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums wurde die internationale Hilfsflotte für Gaza komplett aufgehalten. Die Aktion sei „beendet“, verlautbarte das Ministerium nachts über die Plattform X. Sämtliche 430 Teilnehmer wurden auf Schiffe Israels verbracht und sind nun auf der Reise dorthin, um mit Vertretern ihrer Konsulate zusammenzutreffen.

Nach Aussage der Organisatoren bestand das Vorhaben der „Gaza Sumud Flotilla“ darin, „einen humanitären Korridor einzurichten und Israels illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen“. Die pro-palästinensischen Teilnehmer beabsichtigten, die seit dem Jahr 2007 existierende und auch von Ägypten unterstützte maritime Absperrung zu überwinden, um Versorgungsgüter in den Gazastreifen zu liefern.

Organisatoren sprechen von „Entführung“ auf hoher See

Die Protestaktion wurde vom israelischen Außenministerium als „nichts weiter als ein PR-Stunt im Dienste der Hamas“ eingestuft. Demgegenüber beurteilten die Veranstalter das Vorgehen der Marine Israels in einer Entfernung von 250 Seemeilen zum Gazastreifen als „eine weitere illegale Aggression auf hoher See“. Es wurde von einer „Entführung“ der Teilnehmer gesprochen. Presseinformationen zufolge soll sich unter den Inhaftierten auch Margaret Connolly befinden, die Schwester der irischen Präsidentin Catherine Connolly.

Nachdem sie bereits zwei Wochen zuvor von Israels Marine aufgehalten worden war, hatte die „Global Sumud Flotilla“ am letzten Donnerstag ihre Fahrt vom türkischen Hafen Marmaris wieder aufgenommen. An dieser Unternehmung nahmen Personen aus 40 Nationen mit über 50 Schiffen teil. Bei früheren, vergleichbaren Vorfällen wurden internationale Teilnehmer üblicherweise nach einer gewissen Dauer in ihre Herkunftsländer zurückgeführt.

Israel beharrt auf Rechtmäßigkeit der Blockade

Von israelischer Seite wurde bekräftigt, dass die Maßnahme völkerrechtskonform sei. Das Außenministerium teilte über X mit, man werde keine Verletzung „gegen die rechtmäßige Seeblockade des Gazastreifens zulassen“. Israel beschuldigt manche Teilnehmer, Kontakte zur islamistischen Terrorgruppe Hamas zu unterhalten. Zuvor hatten diverse EU-Länder, Deutschland eingeschlossen, Bedenken angemeldet, ob das Aufhalten der Flotte in internationalen Hoheitsgewässern mit dem Völkerrecht im Einklang steht. (dpa/red)

Im Zuge eines vergleichbaren Einsatzes im Jahr 2010 erstürmten Soldaten Israels das Schiff „Mavi Marmara“ aus der Türkei vor der Gaza-Küste. Bei diesem Vorfall verloren zehn türkische Staatsangehörige ihr Leben.

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.