Sarah Engels, die unweit vom Rathaus aufgewachsen ist, trat mit ihrem Song „Fire“ auf und wurde in ihrer Heimat angefeuert.
Public ViewingHürther fieberten mit Sarah Engels beim Eurovision Song Contest mit

Geschmückt mit Flaggen aller Länder, Tischdeko und Lichterketten lud das Stotzheimer Kulturgasthaus „Op d’r Eck“ am Samstag Abend zum Public Viewing des diesjährigen ESC ein.
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„Hürth ist heute auch in Wien“, eröffnete Herbert Hand den Abend im Kulturgasthaus „Op d’r Eck“ in Hürth-Stotzheim. Hand, 1. Vorsitzender des Kulturgasthauses, organisierte anlässlich des Eurovision Song Contest in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Hürth erstmalig ein Public Viewing. Ein besonderer Anlass für die Hürther Gemeinschaft, gerade weil für Deutschland in diesem Jahr eine echte Hürtherin antrat.
Sarah Engels, die unweit vom Rathaus aufgewachsen ist, trat mit ihrem Song „Fire“ auf, in goldglänzend-schillerndem Kostüm und mit wallender Mähne, wohlwissend, dass man in ihrer Heimat für sie mitgefiebert hat: „Es bedeutet mir unglaublich viel, dass es in meiner Heimat Hürth ein Public Viewing zum ESC-Finale gibt. Zu wissen, dass so viele Menschen von zuhause aus mitfiebern, macht mich wahnsinnig stolz und dankbar!“, und schickte „von Herzen liebe Grüße“ in ihre Heimat.
Hürther setzten große Hoffnung in Sarah Engels
Und dort traf man sich zwischen Nüsschen und Kölsch, um gemeinsam mitzufiebern. „Ich hoffe wir schaffen es unter die besten drei“, sagte Michael Hens, der mit seinen Freunden gemeinsam das Public Viewing besuchte. Auch sein Kumpel und Sohn des 1.Vorsitzenden, Sven Hand hoffte zumindest auf die Top Ten.
Doch auch Shows anderer Länder beeindruckten die jungen Männer, darunter Performances aus Bulgarien oder Serbien. Obwohl Sarah Engels, die als zweite von insgesamt 25 Ländern antrat, mit ihrem Song, „Fire“ mit gewaltiger Show, Perfomance und Tanzeinlagen „alles gab“, reichte es letztlich nur für Platz 23.
Hürth: Zuschauer waren trotz Platz 23 zufrieden
Unmut gab es bei den Hürther Fans aber trotzdem nicht, so bekundete Sven Hand: „Sie war für mich eine der besten, ihr Auftritt war viel besser als die deutschen ESC-Auftritte der letzten Jahre“ und auch Michael Hens fand den Auftritt „einfach super.“
Sarah Engels betonte im Nachgang zum schlechten Ergebnis auf Instagram: „Es ist kein Geheimnis, dass Deutschland es generell immer schwer hat beim Eurovision. Aber ich habe von Anfang an gesagt, das Ranking ist für mich komplett egal. Ich hatte so einen tollen Abend. Ich durfte einfach vor 180 Millionen Menschen singen und performen.“
Der diesjährige ESC steht aufgrund der Teilnahme Israels unlängst in der Kritik. Fünf Länder, darunter Spanien, die Niederlande, Slowenien, Irland und Island boykottierten den ESC und verzichteten auf ihre Teilnahme. Vor dem Hintergrund des Krieges im Gazastreifen mit seiner katastrophalen humanitären Lage und dem dortigen Vorgehen Israels, sah sich der Veranstalter, die Europäische Rundfunk Union (EBU) scharfer Kritik ausgesetzt, viele Stimmen forderten einen Ausschluss Israels.
Der Veranstalter in Hürth, Herbert Hand, sieht die Politisierung von Musikveranstaltungen kritisch, soll doch „Musik verbinden“, wie er immer wieder betonte. Es ginge doch darum „die Verbindung zu anderen Ländern jenseits von Deals, Neid oder Krieg zu suchen, denn Musik war immer in Krisenzeiten wichtig.“ Letztlich ging es an diesem Abend auch um Gemeinschaft, denn einige kamen schlichtweg auch „zur Unterstützung der Dorfgemeinschaft und des Quartiervereins“, wie Gast Benni Gauger betont. Das letzte Public Viewing wird es in Hürth-Stotzheim sicher nicht gewesen sein.
