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Großeinsatz mit Hubschrauber
Polizei nimmt nach Schüssen auf Imbiss drei Männer fest

3 min
Auf die Fassade eines Imbisses in Köln-Höhenberg ist geschossen worden.

Auf die Fassade eines Imbisses in Köln-Höhenberg ist geschossen worden.

Nächtliche Schüsse auf ein Restaurant in Köln-Höhenberg. Die Polizei nahm mehrere Personen fest, ein Helikopter war im Einsatz.

Nach Schüssen auf die Fensterfront eines Schnellimbisses in Köln-Höhenberg hat die Polizei in der Nacht auf Sonntag drei Männer (20, 22 und 51 Jahre alt) festgenommen. Zum Tatzeitpunkt war das Lokal nicht besetzt, Verletzte gab es keine. Nach Informationen dieser Redaktion aus Sicherheitskreisen prüfen die Ermittler allerdings Spuren in die organisierte Kriminalität und ins Rocker-Milieu. Die Hintergründe der Tat seien allerdings noch unklar, betonte ein Sprecher der Polizei.

Zeugen beobachteten, wie der Schütze gegen 1:30 Uhr in ein Auto stieg und vom Tatort an der Olpener Straße floh. Die Polizei fahndete daraufhin unter anderem mit einem Hubschrauber nach dem Täter. Aus Sicherheitskreisen heißt es, der Hubschrauber habe das Fluchtauto – einen Smart – schließlich auf der Rolshover Straße in Humboldt-Gremberg entdeckt.

Ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit

Die Polizisten stellten die drei Männer am Fahrzeug. Fotos zeigen sie in Handschellen; um mögliche Schmauchspuren zu sichern, stülpten Beamte ihnen braune Papiertüten über die Hände. In einem Gebüsch fanden die Ermittler zudem eine Schusswaffe – ob es sich um die Tatwaffe handelt, wird derzeit geprüft. Am Tatort sicherten sie außerdem mehrere Patronenhülsen.

Die Polizei bei einer Festnahme.

Nach den Schüssen in Höhenberg konnten mehrere Personen in Gewahrsam genommen werden.

Die Tat reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein, die Köln seit rund zwei Jahren beschäftigt: Immer wieder werden Schüsse auf Wohn- und Geschäftshäuser abgefeuert oder Sprengkörper gezündet.

Und immer wieder stellt sich die Frage, ob und wie die Taten miteinander zusammenhängen. In mehreren Fällen stellten die Ermittler Bezüge zur organisierten Kriminalität fest. So deckte die Ermittlungsgruppe „Fusion“ einen Komplex rund um den Raub großer Mengen Cannabis auf, der eine Reihe von Schüssen, Explosionen und Geiselnahmen nach sich zog. Andere Taten führten ins Rockermilieu, wo Schüsse auf Gebäude als Druckmittel dienten.

Für solche Aktionen werden häufig junge Täter aus dem Ausland angeheuert, die gegen Bezahlung mit den Explosionen und Schüssen Warnungen Nachdruck verleihen sollen. In Ermittlerkreisen ist dieses Prinzip als „Crime as a Service“ bekannt – ein Modus, der im kriminellen Milieu zunehmend verbreitet ist. Bei den Schüssen auf den Imbiss ist dies allerdings offenbar nicht der Fall. Nach Informationen dieser Redaktion sollen die Tatverdächtigen in Köln wohnen. 

Zuletzt häuften sich solche Fälle erneut: Am vergangenen Sonntag detonierte ein Sprengkörper vor der Cocktail- und Shisha-Bar „Sinatra & Monroes“ am Friesenwall – auch dort prüfen die Ermittler Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Am Dienstag fielen Schüsse auf ein Juweliergeschäft auf der Subbelrather Straße in Köln-Ehrenfeld, in der Nacht zu Donnerstag detonierte ein Brandsatz vor einer Eisdiele in Raderberg.

Einen Zusammenhang zwischen diesen Taten und den Schüssen auf den Imbiss sehen die Ermittler bislang aber nicht. Ein Polizeisprecher betonte allerdings: „Die Ermittlungen stehen noch am Anfang.“