Der Kölner Drogenkrieg beschäftigt die Kölner Justiz. Ein Rückblick auf die bisher wichtigsten Verfahren.
Urteile im LandgerichtDiese Strafen erhielten die Beteiligten vom „Kölner Drogenkrieg“ bisher

Saddam B. (links seine Verteidigerin Anne Kieven) wurde erst überfallen, dann gefoltert.
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Bereits 15 Urteile hat das Landgericht im Zusammenhang mit dem „Kölner Drogenkrieg“ gesprochen. So etwa im September 2025: Damals erhielten drei Angeklagte mehrjährige Haftstrafen. Darunter Aymen G. (22), der jedoch Strafrabatt erhielt, weil er später als eine Art Kronzeuge agierte. Er soll laut den Feststellungen des Landgerichts tatsächlich ein „Verräter“ gewesen sein – und den Lagerort der Drogen preisgegeben haben. Damit gilt er als der Mann, der den Drogenkrieg ausgelöst haben soll.
Mitangeklagt war Saddam B. (23). Er hatte die Drogen in Hürth bewacht und gilt im aktuellen Verfahren als Geschädigter. B. war laut Urteilsfeststellungen Mitglied der Kalker Drogenbande – und wurde später ebenfalls verdächtigt, ein Komplize der Räuber gewesen zu sein, die die 350 Kilogramm Marihuana geraubt hatten. Der junge Mann wurde gefoltert – zudem explodierte ein Sprengsatz vor dem Wohnhaus seiner Familie. „Ich habe die Sache völlig unterschätzt und bereue alles“, sagte er.
Köln: Auftragstäter erhielten hohe Haftstrafen
Drei Niederländer erhielten hohe Haftstrafen, nachdem sie für je 2000 Euro Lohn mehrere Mitglieder der Drogenbande gefesselt, misshandelt und mit dem Tod bedroht hatten. Für die Entführung eines unbeteiligten Paares aus Bochum in eine leerstehende Villa wurden in einem weiteren Verfahren Haftstrafen von bis zu elfeinhalb Jahren verhängt. Ein Angeklagter, der sich „Goldpate“ nannte, hatte das Paar in die Falle gelockt – dann aber Gewissensbisse bekommen und die Polizei verständigt.
Wiederholt fiel im Landgericht der Begriff „Crime as a Service“ („Verbrechen auf Bestellung“). Über den Dienst „Snapchat“ wurde ein zur Tatzeit 18-jähriger Niederländer angeworben. Er hatte einen Sprengsatz in einem Modegeschäft in der Ehrenstraße platziert – und erhielt eine Jugendstrafe. Auch dieser Auftrag wurde dem mutmaßlichen Drogenboss Sermet A. zugeordnet. Zuletzt wurde dessen Vater zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er soll die Geschäfte seines Sohnes unterstützt haben.
