Die Frauenrechtlerin engagierte sich viele Jahre für Frauen in Köln und kämpfte unter anderem für das Frauenwahlrecht.
150 aus 150Else Falk war eine Vorkämpferin für Frauenrechte

Else Falk musste 1938 nach Brüssel emigrieren
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 49. Teil der Serie geht es um die Frauenrechtlerin Else Falk.
Bedeutung
Else Falk kam 1898 nach Köln, wo ihr Mann Bernhard als Rechtsanwalt und Politiker tätig war. Sie setzte sich für das Frauenwahlrecht ein und gründete 1912 eine Frauengruppe des Nationalliberalen Vereins. Im Rheinland hielt sie Vorträge über Frauenthemen. Nach Einführung des Frauenwahlrechts 1918 trat Falk der liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bei.
Von 1919 bis 1933 war sie Vorsitzende des Stadtverbandes Kölner Frauenvereine. Auf Druck der Nationalsozialisten trat die Jüdin im März 1933 von diesem Amt zurück. Ein Überfall auf ihre Wohnung in der Pogromnacht am 9. November 1938 veranlasste Falk zur Emigration nach Brüssel, wo ihr Mann kurz nach der Befreiung 1944 verstarb. Sie siedelte nach dem Krieg nach Brasilien über, wohin ein Sohn emigriert war.
Else Falk
Geboren: 25. April 1872 in Barmen
Gestorben: 8. Januar 1956 in São Paulo, Brasilien
Wirken in Köln
Im Ersten Weltkrieg engagierte Falk sich für Witwen und deren Kinder sowie für verletzte Soldaten. Auf Else Falk geht die Gründung der Kriegsblindenbibliothek 1919 zurück, die Keimzelle der heute noch bestehenden Blindenbibliothek der Stadt Köln. Sie setzte sich auch für den Bau von Altersheimen für „Kleinrentnerinnen“ ein und organisierte Speisungen notleidender Kinder.
1930 eröffnete sie in Zollstock das erste Haus für berufstätige Frauen, das ihren Namen erhielt. Um des grassierenden Alkoholmissbrauchs Herr zu werden, propagierte sie Gaststätten ohne Alkohol. 1934 übernahm Falk den Vorsitz in der Jüdischen Kunstgemeinschaft, in der sich ausgegrenzte Künstlerinnen und Künstler zusammenschlossen.
Bemerkenswert
Mit der Frauenrechtlerin Alice Neven DuMont (1877 bis 1964) war sie von 1925 bis 1933 Herausgeberin des „Nachrichtenblatts des Stadtverbandes Kölner Frauenvereine“, das als wöchentliche Beilage zum „Kölner Stadt-Anzeiger“ erschien.
Spuren in der Stadt
Nach Falk ist eine Straße in Longerich benannt. Am „Else-Frank-Haus“ an der Bornheimer Straße 4 wurde bei ihrem letzten Besuch 1952 eine Tafel angebracht. Ein Stolperstein vor ihrem Wohnhaus an der Novalisstraße in Bayenthal erinnert an ihre Emigration. Seit 2020 verleiht die Stadt Köln den „Else-Falk-Preis“ zur Würdigung herausragenden Engagements von Frauen für Geschlechtergerechtigkeit in Köln.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
