Abo

150 aus 150Erwin te Reh gründete die Diakonie Michaelshoven

2 min
Der Pfarrer Erwin te Reh gründete die Diakonie Michaelshoven.

Der Pfarrer Erwin te Reh gründete die Diakonie Michaelshoven. (Archivfoto)

Der Pfarrer eröffnete zunächst ein Kinderheim für Kriegswaisen, später weitete sich seine wohltätige Arbeit auf Köln aus.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 39. Teil der Serie geht es um den Pfarrer und Gründer der Diakonie Michaelshoven Erwin te Reh.

Bedeutung

Erwin te Reh, der 1930 seine Reifeprüfung am Schwelmer Realgymnasium ablegte, studierte evangelische Theologie in Bethel, Tübingen und Bonn, wo er 1939 mit einer Arbeit über „Welt in Karl Jaspers‘ Existenzphilosophie“ promoviert wurde. Im Jahr zuvor war er als Pfarrer ordiniert worden. Im Zweiten Weltkrieg diente te Reh als Wehrmachtspfarrer in Russland. 1950 gründete er in Rösrath-Stephansheide den Verein „Coenaculum – Christus lädt ein!“. Auf dem Gelände eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers errichtete er ein Kinder- und Jugenddorf. Den Bau der dortigen Stephanskapelle unterstützte der Kölner Bankier Waldemar von Oppenheim.


Erwin te Reh

Geboren: 7. Mai 1911 in Langerfeld, jetzt Wuppertal

Gestorben: 1. Januar 1991 in Köln


Wirken in Köln

1954 erwarb der Verein in Rodenkirchen größere Ackerflächen für ein weiteres Diakonie-Dorf. Kurz danach entstanden die ersten Gebäude in „Michaelshoven“. Für die Namensgebung der Anlage stand der Erzengel Michael Pate. In den nächsten Jahren folgten ein Schwesternwohnheim, ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung, ein Internat für Schüler mit Körperbehinderung und ein Frauenwohnheim. Bei der Errichtung eines Mütter- und Säuglingsheims half Waldemar von Oppenheims Bruder Friedrich Carl finanziell, 1964 wurde die Erzengel-Michael-Kirche eingeweiht.

Ihr zeltartiges Dach soll Schutz und Gemeinschaft symbolisieren. 1970 gründete te Reh das Berufsförderungswerk, das Menschen nach einer Krankheit oder einem Unfall die Wiedereingliederung ins Berufsleben ermöglicht. Fünf Jahre später wurde mit dem Haus Simeon das damals größte Kölner Altersheim eingeweiht. 1974 wurde te Reh kurz vor der Eingemeindung Rodenkirchens zum Ehrenbürger ernannt. In den Ruhestand trat er 1981.

Bemerkenswert

1965 besuchte Bundespräsident Heinrich Lübke die Diakonie Michaelshoven. Sein Gastgeschenk, eine Bärenskulptur, steht noch heute auf dem Gelände. Das Altenheim Israel wurde nach dem Olympia-Attentat in München 1972 auf Anraten der Polizei in Haus Zacharias umbenannt. Der Trägerverein heißt seit 2002 Diakonie Michaelshoven.

Spuren in der Stadt

Schon wenige Monate nach seinem Tod benannte die Stadt die Pfarrer-te-Reh-Straße in Rodenkirchen nach ihm. Te Rehs Grab befindet sich auf dem Neuen Friedhof Rodenkirchen.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.