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150 aus 150Friedrich-Wilhelm Waffenschmidt war der Gründer von Saturn

Der Unternehmer machte sich 1961 mit seiner Frau Anni selbstständig und gründete den Großhandel auf anfangs 120 Quadratmetern.

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Friedrich-Wilhelm Waffenschmidt vor dem Kölner Dom

Friedrich-Wilhelm Waffenschmidt begann seine Karriere im elterlichen Elektrohandel.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 91. Teil der Serie geht es um den Unternehmer Friedrich-Wilhelm Waffenschmidt.

Bedeutung

„Fritz“ Waffenschmidt war ein erfolgreicher Kaufmann. Er begann seine Karriere im elterlichen Elektrohandel, wechselte aber 1950 zu einem Großhändler. 1955 war er verantwortlich für die Kölner Filiale eines Hagener Elektrogroßhändlers, die unter seiner Leitung das Mutterhaus überholte. 1961 machte er sich mit seiner Frau Anni selbstständig und gründete „Saturn“ als Großhandel auf anfangs 120 Quadratmetern.

Waffenschmidt bekämpfte erfolgreich die Preisbindung für Musikträger und Fotoapparate. 1969 öffnete er das Geschäft für Endverbraucher und gleichzeitig das größte Hifi-Studio in Europa. 1972 folgte die Schallplattenabteilung mit „Tiefstpreisen“ und Selbstbedienung. 1977 zog das Unternehmen in das Hansahochhaus am Ring, wo die Verkaufsfläche später 3000 Quadratmeter betrug.


Friedrich-Wilhelm Waffenschmidt

Geboren: 3. März 1925 in Brühl

Gestorben: 26. März 2017 in Bergisch Gladbach


Waffenschmidt warb mit Slogans wie „Die größte Schallplattenshow der Welt“. Der mehrfache Millionär sagte von sich, „Geldverdienen war nie die eigentliche Antriebsfeder für mein Tun, sondern Existenzangst“. Auf dem Höhepunkt verkaufte er sein Unternehmen 1984 an den Kaufhof und Versicherungen. Damals setzte „Saturn“ umgerechnet 200 Millionen Euro im Jahr um, bot 500 Menschen Arbeit und erzielte einen jährlichen Überschuss von mehr als sieben Millionen Euro.

Wirken in Köln

1984 hatte das „Saturn“-Geschäft am Hansaring fünf Millionen Kunden – nach dem Dom war es Kölns meistbesuchtes Bauwerk. Seit 1977 sponserte Waffenschmidt den Basketballclub BSC Saturn.

Bemerkenswert

Nach dem „Saturn“-Verkauf lebte das Ehepaar erst in Florida, dann in Bensberg. 2018 versteigerte das Auktionshaus Van Ham deren Kunstgewerbesammlung mit Reliefhumpen, Porzellan, Uhren und Waffen.

Spuren in der Stadt

Die Waffenschmidts ließen bereits 1996 von einem Künstler die wohl ausgefallenste moderne Grabstätte auf dem Melatenfriedhof gestalten. Die Gruft vor einem gewölbten Mosaikbild Jesu und der Apostel ist mit einer Glasplatte abgedeckt. Eine sitzende weiße Statue am Rand trägt Anni Waffenschmidts Gesichtszüge. Das Ehepaar stiftete die Rekonstruktion eines Glasfensters im Dom, das am unteren Rand beider Initialen und den Planeten Saturn zeigt.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.