Der Unternehmer rettete die Kölner Schokoladenfabrik Stollwerck vor der Schieflage. Mit dem Museum erfüllte er sich einen Traum.
150 aus 150Hans Imhoff gründete das Schokoladenmuseum Köln

Der Kölner Unternehmer Hans Imhoff im von ihm gegründeten Schokoladenmuseum. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 119. Teil der Serie geht es um den Schokoladenfabrikanten und Museumsgründer Hans Imhoff.
Bedeutung
Hans Imhoff war Schokoladenfabrikant und Museumsgründer. Nach der Einzelhandelsausbildung war er 1941 bis 1943 bei der Kriegsmarine, die ihn wegen eines Augenleidens ausmusterte. In den ersten Nachkriegswochen verteilte er für die britische Armee mit einem Wehrmachts-Lkw Lebensmittel. Im Herbst 1945 errichtete Imhoff in Alf an der Mosel einen Lebensmittel- und Industriebedarfsgroßhandel, 1948 in Bullay eine Schokoladenfabrik.
Mit dem Wegfall der Preisbindung für Schokolade schloss er 1964 mit dem Schweizer Unternehmen Tobler einen Lizenzvertrag, der für den wirtschaftlichen Erfolg wesentlich war. 1969 übernahm er erstmals ein Unternehmen, den Berliner Produzenten von „Scho-ka-kola“, und verlegte den Sitz des Unternehmens nach Köln.
Hans Imhoff
Geboren: 12. März 1922 in Köln
Gestorben: 21. Dezember 2007 in Köln
Wirken in Köln
1972 geriet das traditionsreiche Schokoladenunternehmen Stollwerck durch Managementfehler in eine Schieflage. Aufsichtsratschef Alfred Herrhausen, der den Hauptaktionär Deutsche Bank vertrat, fand in Imhoff einen Branchenkenner. Dieser übernahm von der Bank gut 46 Prozent der Stollwerck-Anteile und sanierte das Unternehmen. Imhoff konzentrierte sich auf wenige Marken und intensivierte die Werbung. Er trat selbst in TV‑Werbespots auf.
1974 verkaufte er das Werksgelände in der Südstadt für 48 Millionen Mark und 36 Prozent der Stollwerck-Anteile an den Immobilienunternehmer Renatus Rüger. Als Mehrheitsaktionär erwarb Imhoff mehrere Konkurrenten, investierte im Ausland und errichtete in Porz eine neue Fabrik. Daneben erschloss er weitere Geschäftsfelder, so gründete er mit „Larosé“ ein Leasingunternehmen für Berufskleidung. 2002 veräußerte er seine Stollwerck-Anteile an ein Schweizer Unternehmen.
Bemerkenswert
Der Honorarkonsul von Togo führte sein Unternehmen wie ein Patriarch, konnte aber unterhaltsam und humorvoll sein. Bei den Hauptversammlungen bot Imhoff den Kleinaktionären legendäre kabarettreife Auftritte.
Spuren in der Stadt
Mit dem 1993 eröffneten Schokoladenmuseum verwirklichte sich Imhoff einen Traum. Die 2000 von ihm errichtete Stiftung fördert Projekte in Köln. 2001 zeichnete ihn die Stadt Köln mit der Ehrenbürgerwürde aus. In Deutz erinnert eine Straße an ihn.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
