Der Musiker arbeitete zunächst als Pianist, dann schrieb und sang er eigene Lieder. Er war im Kölner Karneval lange präsent.
150 aus 150Jupp Schmitz komponierte „Rhein- und Weinlieder“

Der Kölner Musiker Jupp Schmitz bei einem Auftritt 1986. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 132. Teil der Serie geht es um den Sänger und Komponisten Jupp Schmitz.
Bedeutung
Jupp Schmitz war nach dem Zweiten Weltkrieg ein bekannter Komponist und Sänger von Stimmungsliedern. Mit 13 Jahren ging er zur Musikschule und wechselte nach vier Jahren an die Hochschule für Musik, die er 1921 verließ. Er nahm Engagements als Pianist in Cafés und Stummfilmtheatern an. 1925 gründete er eine Kapelle und spielte in Hotels. Zudem begleitete er Willi Ostermann am Klavier.
Ab 1934 war Schmitz für den Rundfunk tätig. Mit „Gib acht auf dein Herz, Margarethe“ begann 1935 seine Karriere als Komponist leichter Unterhaltungsmusik. 1937 trat er in die NSDAP ein, die er 1942 wieder verließ, als er Soldat wurde. Nach dem Krieg komponierte er Stimmungs- und Schunkellieder, zu denen er teilweise auch die Texte schrieb.
Jupp Schmitz
Geboren: 15. Februar 1901 in Köln
Gestorben: 26. März 1991 in Köln
1948 erreichte er mit dem Titel „Wer soll das bezahlen“ einen Dauer-Hit, ähnlich mit „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ (1952). Schmitz verstand sich nicht als Karnevalskomponist: „Ich mache Rhein- und Weinlieder für jede Tages- und Jahreszeit.“ Seine Kompositionen wurden auch von anderen Interpreten vorgetragen.
Wirken in Köln
Bei der ersten WDR-Übertragung einer Prinzenproklamation kam es 1964 zum Eklat. Generell stand das niedrige Niveau von Reden und Liedern im Karneval dieser Zeit in der Kritik. Dieses Mal traf es Schmitz, der, nicht wie sonst üblich mit schwarzem Anzug und Narrenkappe, sondern mit Lederhose und Filzhut passend zu seinem Lied „Der Hirtenknabe von St. Kathrein“ auftrat.
Im Publikum entstand Unruhe, die sich bei „Risotto-Otto, Spaghetti-Betty und Polenta-Senta“ zu Buh-Rufen und Pfiffen steigerte. Schmitz gab danach aber nicht auf und feierte wieder Erfolge, so mit dem Gassenhauer „Es ist noch Suppe da“. Mit 80 Jahren zog er sich aus dem Karneval zurück, absolvierte aber noch einige Auftritte als Conférencier mit feinsinnigen Liedern und Humor.
Bemerkenswert
Der markante schwarze Oberlippenbart verpasste ihm den Spitznamen „Der Schnäuzer“. Der WDR brachte zu seinem 90. Geburtstag eine Sondersendung.
Spuren in der Stadt
1993 wurde ein Platz an der Salomonsgasse nach ihm benannt, wo ein Jahr später ein Denkmal für ihn enthüllt wurde. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Melaten.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
