Gebäude des Architekten sind im ganzen Stadtgebiet zu finden. Er entwarf Einzelhäuser, aber auch ganze Siedlungen.
150 aus 150Wilhelm Riphahn baute zahlreiche Gebäude in Köln

Wilhelm Riphahn (3. v. l.) bei der Einweihung des Modells für das neue Opernhaus im Jahr 1955. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 131. Teil der Serie geht es um den Architekten Wilhelm Riphahn.
Bedeutung
Wilhelm Riphahn hat 50 Jahre lang zahlreiche Bauten in Köln und anderen Orten geplant. Der Sohn eines Architekten und Bauunternehmers besuchte die Baugewerkschule in Köln und hospitierte an den Technischen Hochschulen in München, Dresden und Berlin. 1913 eröffnete Riphahn ein eigenes Büro in seiner Heimatstadt. Aufgrund seines jüdischen Schwiegervaters erhielt er im NS-Staat keine öffentlichen Aufträge. Seine Frau entkam der Deportation versteckt als Dienstmagd auf einem Bauernhof.
Wilhelm Riphahn
Geboren: 25. Juli 1889 in Köln
Gestorben: 27. Dezember 1963 in Köln
Wirken in Köln
Riphahns erstes Gebäude entstand 1913 an der Gleueler Straße. Für die GAG AG entwarf er zwischen 1917 und 1930 Wohnsiedlungen, so in Bickendorf eine „Gartenstadtsiedlung“ und – vom Bauhaus beeinflusst – solche in Mauenheim, Zollstock sowie in Buchforst, die „weiße Stadt“. Unternehmen ließen von Riphahn Werkswohnungen, Ladenlokale und Gaststätten planen, Privatpersonen Einfamilien- und Mietswohnhäuser. Zu den herausragenden Gebäuden zählen 1913/14 der Ruderclub Germania in Poll, 1923/24 sein Lieblingsgebäude „Die Bastei“, 1931 der Ufa-Palast und 1941/42 der Hochbunker an der Domstraße.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwarf Riphahn die gesamte Bebauung der Hahnenstraße mit dem British Council („Die Brücke“), einem Kino, Wohn- und eingeschossigen Geschäftsbauten. Es folgten 1950/52 das „Concordia-Gebäude“ am Maria-Ablaß-Platz, 1951 das Institut français, 1956 bis 1960 das Gebäude der WiSo-Fakultät an der Universität sowie 1963 das Truppenamt der Bundeswehr in Raderthal.
Das Opernhaus (1954 bis 1957) war umstritten, zumal das historische Gebäude am Rudolfplatz den Krieg überstanden hatte und der Neubau vielen zu monströs erschien. Der Volksmund sprach vom „Grabmal des unbekannten Intendanten“. Später kamen der Schauspielhausanbau und die Gestaltung des Ensembles am Offenbachplatz hinzu.
Bemerkenswert
Oberbürgermeister Theo Burauen (SPD) sagte in der Grabrede für Riphahn, dass dieser „lieber um einen alten Baum herum“ gebaut habe, als ihn der Architektur zu opfern.
Spuren in der Stadt
Neben seinen Bauten erinnern eine Straße in Seeberg und die Grabstätte auf dem Friedhof Melaten an Riphahn. Das Historische Archiv verwahrt den Nachlass.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
