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150 aus 150Wolfgang Niedecken steht seit 50 Jahren auf der Bühne

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Wolfgang Niedecken beim KunstRasen in Bonn

Wolfgang Niedecken ist Sänger, Texter und Komponist der Band BAP.

Der BAP-Frontmann schrieb seinen ersten kölschen Song als Geburtstagslied für eine 93-Jährige. Bis heute bringt er die kölsche Sprache auf die Bühne.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 130. Teil der Serie geht es um den Musiker Wolfgang Niedecken.

Bedeutung

Wolfgang Niedecken ist als Kölsch-Rocker weltweit bekannt. Erste musikalische Erfahrungen sammelte er in Schülerbands. 1970 bis 1974 studierte er Malerei an den Kölner Werkschulen. Seinen ersten kölschen Song schrieb er im Zivildienst als Geburtstagslied für eine 93-Jährige. 1976 war er Mitgründer einer namenlosen Amateurband. Vor einem Auftritt 1977 brauchte sie einen Namen, sodass sie sich BAP nannte, abgeleitet von Niedeckens Spitznamen „Dä Bapp“.


Wolfgang Niedecken

Geboren: 30. März 1951 in Köln


Die erste LP „Wolfgang Niedecken’s BAP rockt andere kölsche Leeder“ war 1979 ein Überraschungserfolg, das Lied „Wahnsinn“ wurde ein regionaler Hit. „Verdamp lang her“ vom dritten Album war 1981 der erste überregionale Hit. Von da an ging es nur noch aufwärts: erste TV-Auftritte, eine Rockpalast-Live-Übertragung, Vorgruppe der Rolling Stones im Müngersdorfer Stadion, die erste Platin-Platte und internationale Tourneen, auch in China und der Sowjetunion. Die Besetzung der Band wechselte, nur Niedecken blieb. Bis 1998 war Gitarrist Klaus „Major“ Heuser neben Niedecken der musikalische Kopf und sorgte mit rockigem Gitarrensound für Wiedererkennungswert.

Bis heute, ins 50. Jahr der Band, hält der hart erarbeitete Erfolg an, der aber gesundheitlich auch Spuren hinterließ. Niedecken ist sich stets treu geblieben. Er verbindet Musik mit Engagement und tritt ein für Zivilcourage, Demokratie sowie Vielfalt. Sein Ziel: „Ich kann versuchen, dass die Empathie nicht abnimmt.“ Seine Texte greifen häufig aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, aber auch Alltagssituationen auf.

Wirken in Köln

Anfangs spielte die Band bei Bürgerinitiativen, und Niedecken trat solo in Südstadt-Kneipen auf. Er singt immer in kölscher Sprache und trägt damit zu deren Erhalt bei. Beim „Arsch huh, Zäng ussenander“-Konzert gegen Ausländerfeindlichkeit am 9. November 1992 am Chlodwigplatz war er einer der Hauptinitiatoren, und er schrieb den Text des Titelsongs.

Bemerkenswert

Niedecken malt weiterhin und gestaltete auch viele Cover seiner Alben selbst. Seit mehr als 20 Jahren engagiert er sich für Menschen im Ostkongo, auch als Botschafter der Welthungerhilfe.

Spuren in der Stadt

2004 erschien das Album „NiedeckenKöln“ mit Liedern über seine Heimatstadt.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.