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150 aus 150L. Fritz Gruber machte Köln zur „Fotohauptstadt Deutschlands“

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Prof. Fritz Gruber zu Gast in einer Talkshow am 04.10.1990 *** Prof Fritz Gruber as guest in a talk show on 04 10 1990

Der Fotograf Leo Fritz Gruber in einer Talkshow im Jahr 1990. (Archivfoto)

Der Künstler hatte großen Einfluss auf die Kölner Fotografie-Szene. Er gründete Messen und Ausstellungen.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 129. Teil der Serie geht es um den Fotografen L. Fritz Gruber.

Bedeutung

L. Fritz Gruber war Fotograf und Ausstellungsgestalter. Nach dem Abitur am Real-Gymnasium besuchte Gruber die Kölner Werkschulen. Dann studierte er an der Universität Kunstgeschichte, Theater- und Zeitungswissenschaften. Seit 1927 war er als Journalist tätig, unter anderem für die „Kölnische Zeitung“ und den „Stadt-Anzeiger“. 1930 gründete er mit zwei Freunden die Wochenzeitungen „Kölner Kurier“ und „Westdeutscher Kurier“, die am 26. April 1933 vom NS-Regierungspräsidenten wegen „ehrabschneidender Äußerungen“ über die Regierung verboten wurden.

Gruber emigrierte nach England, wo er als Fotograf, Werbefachmann und Korrespondent arbeitete. Kurz vor Kriegsbeginn im September 1939 besuchte Gruber seine Eltern in Köln und konnte nicht mehr nach England zurück. Am 15. November 1939 wurde er zur Prüfung von Auslandstelegrammen dienstverpflichtet, aber nach anderthalb Monaten wegen „Unfähigkeit“ entlassen. Da er an einer Poliolähmung litt, blieb er vom Kriegsdienst verschont.


L. Fritz Gruber

Geboren: 7. Juni 1908 in Köln

Gestorben: 30. März 2005 in Köln


1940 gründete er ein Fotostudio, das er 1944 nach Bad Oeynhausen verlagerte, und 1943 zwei Unternehmen zur Herstellung von Film- und Fotokopien. 1945 war er kurzzeitig für die britische Armee als Fotograf tätig. Gruber initiierte 1951 die Deutsche Gesellschaft für Photographie, deren Generalsekretär und späterer Vizepräsident er war. Daneben wirkte er als Autor von TV-Sendungen über Fotografie sowie von Bildbänden und Fachpublikationen. Gruber gestaltete fast 300 Fotoausstellungen.

Wirken in Köln

1950 gründete Gruber die Fotofachmesse „Photokina“ mit und war bis 1980 Organisator der „Bilderschauen“. Diese Fotoausstellungen parallel zur Messe waren beim Publikum sehr beliebt. Dank Grubers Engagement galt Köln als „Fotohauptstadt Deutschlands“.

Bemerkenswert

Gruber, stets wie ein Gentleman gekleidet, stiftete dem Museum für Angewandte Kunst (MAKK) Anzüge, Mäntel und Hüte. Mit dem Ankauf von 800 Werken aus seiner Sammlung begründete das Museum Ludwig seine Fotosammlung. Später stiftete Gruber dem Museum weitere 1700 Werke.

Spuren in der Stadt

Gruber trug sich 2001 in das Goldene Buch der Stadt ein. Diese weihte 2008 an der Brückenstraße einen Platz mit seinem Namen ein.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.