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150 aus 150Louis Hagen prägte Kölns Wirtschaft und Finanzen

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Louis Hagen

Louis Hagen. (Archvfoto)

Der Bankier war einer der größten Kreditgeber in Köln in der Weimarer Republik. Er beeinflusste die Stadt maßgeblich.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 128. Teil der Serie geht es um den Unternehmer Louis Hagen.

Bedeutung

Louis Hagen war einer der bekanntesten Unternehmer im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Er hieß eigentlich Louis Levy, änderte aber seinen Nachnamen nach der Heirat mit Emma Hagen 1884 erst in „Hagen-Levy“, dann 1893 in „Hagen“. Dies diente sicher zur Abwehr antisemitischer Anfeindungen, denen er dennoch Zeit seines Lebens ausgesetzt war. Auch die Konversion zum Katholizismus verhinderte dies nicht.

Seit 1873 war er im vom Großvater gegründeten Bankhaus A. Levy tätig, seit 1877 als Teilhaber. Der Bankier war vielfach Kreditgeber für die Industrie, aber vor allem spezialisiert auf die Gründung und Fusion von Unternehmen, aus denen Großkonzerne der Stahlindustrie entstanden. Dies brachte ihm den Beinamen „industrieller Heiratsvermittler“ ein. Durch die Industriebeteiligungen der Bank hatte Hagen zahlreiche Aufsichtsmandate inne, 1924 waren es 69 Sitze gleichzeitig.


Louis Hagen

Geboren: 15. Mai 1855 in Köln

Gestorben: 1. Oktober 1932 in Köln


Seit 1922 bestand eine Interessengemeinschaft mit dem Bankhaus Oppenheim, das die – wie sich nach Hagens Tod herausstellte – überschuldete Bank A. Levy vor dem Konkurs rettete. Hagen hatte sich zuvor mehr und mehr der Politik zugewandt. Seit 1915 war er Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln und nutzte dieses Amt, um als Sprecher der rheinischen Wirtschaft zu agieren. Zudem war er seit 1912 Mitglied des Provinziallandtags und wurde zu einer Schlüsselfigur während der Rheinlandbesetzung Anfang der 1920er Jahre.

Wirken in Köln

Als Liberaler zog Hagen 1909 in den Stadtrat ein, dem er bis 1929 angehörte, seit 1921 als Mitglied des Zentrums. Er galt als enger Verbündeter von Oberbürgermeister Konrad Adenauer. Hagen war maßgeblich beteiligt an der Gründung der Universität 1919 und der Messegesellschaft 1922. Er verschaffte der IHK und der Börse ein repräsentatives Gebäude an der Bankenstraße Unter Sachsenhausen.

Bemerkenswert

1916 erwarb Hagen Schloss Birlinghoven als Landsitz. Er errichtete auf dem Gelände eine Kapelle, die Kardinal Karl Joseph Schulte einweihte.

Spuren in der Stadt

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Melaten. Schriftliche Quellen aus seinem Nachlass verwahrt das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.