Als Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstags war Wolff einer der einflussreichsten Unternehmer in Deutschland.
150 aus 150Otto Wolff von Amerongen war Pionier für den Osthandel

Der Kölner Unternehmer Otto Wolff von Amerongen
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 51. Teil der Serie geht es um den Unternehmer Otto Wolff von Amerongen.
Bedeutung
Wolff war unehelicher Sohn des gleichnamigen Unternehmers Otto Wolff (1881 bis 1940). Seine Mutter Else Pieper heiratete 1918 zum Schein Hans Freiherr Taets von Amerongen. 1935 adoptierte Wolff seinen Sohn, der den Nachnamen Wolff von Amerongen wählte. 1938 trat er seinen Wehrdienst an, der nach Kriegsbeginn zum Fronteinsatz geriet. Der Tod des Vaters machte ihn 1940 zum Miteigentümer an dessen 1904 gegründetem Stahlhandel. Nach einer Verwundung 1942 beurlaubt, ordnete ihn die Wehrmacht in seine Firma ab. Das Kriegsende erlebte Wolff in Portugal.
1947 begann er mit dem Wiederaufbau der Unternehmensgruppe. Zehn Jahre später gehörten zu dieser 23 deutsche Handels- und Produktionsunternehmen, dazu kamen internationale Niederlassungen. In den 1960er Jahren hatte der Konzern 30.000 Mitarbeitende. Auftragsrückgänge in den USA und eine Krise beim Tochterunternehmen Pohlig führten zu hohen Verlusten. 1989 verkaufte Wolff das Unternehmen an die Thyssen AG. Von 1969 bis 1988 war er Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstags, ein Amt, das ihm erheblichen politischen Einfluss ermöglichte.
Er befürwortete die sozialliberale Ostpolitik und war Pionier im Handel mit den kommunistisch geführten Staaten, auch als Vorsitzender des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft von 1955 bis 2000. 1957 verhandelte er in Peking den deutsch-chinesischen und ein Jahr später in Moskau den deutsch-sowjetischen Handelsvertrag.
Otto Wolff von Amerongen
Geboren: 6. August 1918 in Köln
Gestorben: 8. März 2007 in Köln
Wirken in Köln
Der Abiturient des Gymnasiums Kreuzgasse war von 1960 bis 1975 Verwaltungsratsvorsitzender beim 1. FC Köln. Als begeisterter Tennisspieler engagierte er sich von 1971 bis 1996 als Präsident beim Kölner Tennis- u. Hockey-Clubs „Stadion Rot-Weiß“. Der Industrie- und Handelskammer zu Köln stand er als Präsident von 1966 bis 1990 vor und lud in dieser Zeit viele internationale Politiker in den Börsen-Saal ein.
Bemerkenswert
Wolff war befreundet mit dem SPD-Politiker Hans-Jürgen Wischnewski, mit dem er sich gerne im Altstadtrestaurant „Keule“ traf.
Spuren in der Stadt
Die von Wolff 1998 gegründete, nach ihm benannte Kölner Stiftung fördert Völkerverständigung und Wissenschaft. Seine Grabstätte befindet sich auf Melaten.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
