Der Politiker setzte sich innerhalb der Zentrumspartei für Arbeiter ein. In der Weimarer Republik besetzte er hohe Posten.
150 aus 150Adam Stegerwald setzte sich für Arbeiterrechte ein

Adam Stegerwald (2.v.l.) im Gespräch mit Gewerkschaftsführern
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 50. Teil der Serie geht es um den Politiker Adam Stegerwald.
Bedeutung
Der gelernte Schreiner Adam Stegerwald war von 1899 bis 1902 Vorsitzender der christlichen Holzarbeitergewerkschaft. 1903 übernahm er bis 1920 das Amt des Generalsekretärs im Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften in Köln. Er bewahrte die Arbeitnehmerbewegung vor Usurpationsansprüchen einzelner Bischöfe. In der katholischen Zentrumspartei repräsentierte er den Arbeiterflügel.
1917 berief ihn Kaiser Wilhelm II. als ersten Gewerkschafter in das Preußische Herrenhaus, die erste Kammer des Landtags. 1920 zum Vorsitzenden der christlichen Gewerkschaften gewählt, siedelte Stegerwald mit dem Verband nach Berlin über. Gleichzeitig initiierte er den „Deutschen Gewerkschaftsbund“ (DGB), einen Zusammenschluss der christlichen Gewerkschaften mit nichtsozialistischen Angestellten- und Beamtenverbänden. 1919 bis 1921 war er Mitglied der preußischen Landesversammlung und Wohlfahrtsminister, 1921 für ein Jahr preußischer Ministerpräsident.
Von 1920 bis 1933 saß Stegerwald im Reichstag. Mit der Ernennung zum Verkehrsminister 1929 legte er seine Gewerkschaftsämter nieder. 1930 bis 1932 leitete er das Arbeitsministerium. Stegerwald setzte sich innerhalb der christlichen Gewerkschaften für das interkonfessionelle Prinzip ein. 1920 rief er erfolglos zur Gründung einer interkonfessionellen Volkspartei auf. Die Gründer von CDU und CSU beriefen sich nach dem Krieg auf diesen Vorschlag. In der NS-Zeit lebte er zurückgezogen, wurde aber nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 für mehrere Monate von der Gestapo inhaftiert.
Adam Stegerwald
Geboren: 14. Dezember 1874 in Greußenheim
Gestorben: 3. Dezember 1945 in Würzburg
Wirken in Köln
1913 bezog Stegerwald mit den christlichen Gewerkschaften ein Haus gegenüber dem Westbahnhof am Venloer Wall. Später kam noch das Eckgebäude an der Venloer Straße hinzu. Nach dem Krieg errichtete der DGB hier seinen Hauptsitz.
Bemerkenswert
Alle sechs Kinder von Crescentia und Adam Stegerwald kamen in Köln zur Welt. Sohn Aloys gründete die Deutsche Wohnungsgesellschaft (Dewog), die in Köln unter anderem die nach seinem Vater benannte Stegerwald-Siedlung in Mülheim errichtete.
Spuren in der Stadt
Nach Stegerwald ist eine Straße in Mülheim benannt. Seit 1969 setzt sich die Stegerwald-Stiftung für ein soziales Köln ein.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.

