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„Kinderkrankheiten“Neue Pannen überschatten feierliche Opern-Eröffnung

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24.09.2026, Köln: Festakt zur Wiedereröffnung der Kölner Oper und des Schauspielhauses. Das Schauspiel Köln feiert das Ende der Sanierung der Kölner Bühnen, welche 14 Jahre gedauert und über 1,5 Milliarden Euro gekostet hat. Foto: Uwe Weiser

Festakt zur Wiedereröffnung der Kölner Oper und des Schauspielhauses. 

Information erst kurz vor feierlicher Gala – Probleme größer als bekannt – auch Schauspiel betroffen.

Kostenexplosionen bei der Sanierung der Kölner Bühnen, Verzögerungen, Personalwechsel – ein glanzvoller Festakt zur Wiedereröffnung von Oper und Schauspiel am Offenbachplatz mit rund 1250 geladenen Gästen sollte am Donnerstagabend all das vergessen machen und einen versöhnlichen Schlusspunkt unter das Drama setzen. Doch wenige Stunden vor der Gala überschattete das Bekanntwerden einer Reihe schwerer Pannen und neuer Probleme, die auch den reibungslosen Ablauf der Premieren bedrohen und die Bühnen über die Eröffnung hinaus beschäftigen werden, diesen für Köln und die Kultur besonderen Tag.

14 Jahre lang seien die Bühnen schmerzlich vermisst worden, sagte Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) zur Eröffnung. Jetzt sei „die Zeit des Wartens vorbei: Der Offenbachplatz gehört wieder den Kölnerinnen und Kölnern. Jetzt beginnt die Zeit des Gestaltens.“

Eilends anberaumte Pressekonferenz

Kurz vorher hatten die Bühnen-Verantwortlichen in einer eilends anberaumten Pressekonferenz darüber informiert, dass das Ausmaß der technischen Schwierigkeiten, die in den vergangenen Tagen öffentlich geworden waren, noch größer ist als bisher bekannt. Demnach ist nicht nur das Opernhaus betroffen, sondern auch Schauspiel, Kinderoper und Kleines Haus. Und das wird laut Kulturdezernent Stefan Charles auch noch „eine Weile“ so sein. Einen exakten Zeitraum konnte Charles nicht nennen. Schauspielintendant Kay Voges sagte: „Ja, wir haben zu kämpfen. Wir kämpfen jetzt, wo die Bauarbeiter den Platz verlassen haben, ein spielfähiges Theater daraus zu machen.“

24.09.2026, Köln: Festakt zur Wiedereröffnung der Kölner Oper und des Schauspielhauses. Das Schauspiel Köln feiert das Ende der Sanierung der Kölner Bühnen, welche 14 Jahre gedauert und über 1,5 Milliarden Euro gekostet hat. Foto: Uwe Weiser

OB Torsten Burmester auf der Bühne

Der externe Projektleiter der Sanierung, Jürgen Marc Volm, sprach von „Kinderkrankheiten“, die bei solch großen Bauprojekten üblich seien. Doch laut seiner Aussage arbeiten die Anlagen teils nicht so zuverlässig, wie sie sollten: Beispielsweise fiel in den beiden Generalproben im Schauspielhaus am Dienstag und Mittwoch das Inspizientenpult für 20 Minuten aus, das für die Kommunikation und Organisation wichtig ist. Laut Voges wurde stattdessen über Funkgeräte kommuniziert. Kein Besucher würde das im Ernstfall merken.

Die Brandmeldeanlage funktioniert den Angaben zufolge ebenfalls nicht wie vorgesehen: Sie ist zu empfindlich, löst fehlerhaft aus und alarmiert die Feuerwehr. Laut einer internen Mitteilung der Bühnen, die dieser Redaktion vorliegt, könnte es in so einem Fall passieren, dass die Premieren mit heller Sicherheitsbeleuchtung gespielt werden müssen. Voges sagte: „Ich hoffe so sehr, dass wir feuerfrei und alarmfrei dieses Wochenende überstehen.“ Er sagte, dass man die Häuser „unter Kontrolle“ bekommen müsse, Theater sei aber immer ein Risiko.

Nach Informationen dieser Redaktion gibt es weitere Probleme: Demnach sollen die Türen im Opernhaus häufig nicht öffnen, weil die Transponder nicht funktionieren. Teils hätten die Türen deshalb sogar aufgebrochen werden müssen. Die Verantwortlichen schwiegen dazu auf Nachfrage.

Gewährleistung für Bühnentechnik abgelaufen

Wie berichtet, hatte Opernintendant Hein Mulders vor wenigen Tagen im „Deutschlandfunk“ den Fokus auf die Probleme gelenkt: „Bühnenpodien, Technik, Drehscheibe, Obermaschinerie: Da hakt es im Moment, das muss ich auch ehrlich sagen.“

Am Donnerstag stockte ihm die Stimme, er wirkte den Tränen nahe. „Ich bin ein bisschen emotional“, sagte er. „Man hat eine Riesenverantwortung, und man will, dass es einfach klappt“. Seiner Aussage nach muss die Premiere des „Rosenkavalier“ aber nur unwesentlich angepasst werden. Das betreffe mehr die Abläufe der Inszenierung als deren Inhalte. Mulders erwägt, das Premierenpublikum vor der Aufführung über die fehlerhafte Technik zu informieren.

Eine mögliche Ursache für die Probleme mit der Bühnentechnik sieht Projektleiter Volm darin, dass diese weitgehend schon 2017 installiert war. Damals habe vermutlich kaum jemand damit gerechnet, dass es mit der Inbetriebnahme „dann 2026 wird“. Für 80 Prozent der Technik ist damit die Gewährleistung abgelaufen, die Bühnen müssen die Reparatur selbst bezahlen. Für die verbleibenden 20 Prozent will Volm prüfen, ob die Bühnen sich Geld zurückholen können. NRW Seite 3, Leitartikel Seite 4 Köln