Aus drei Jahren wurden 14, aus 253 insgesamt knapp 800 Millionen Euro Baukosten. Doch am Donnerstag stand das Feiern im Vordergrund.
Nach 5223 TagenKölner Bühnen mit Festakt eröffnet – OB entschuldigt sich
Nach 5223 Tagen Pause hat die Stadt Köln am Donnerstagabend mit einem offiziellen Festakt im Opernhaus ihre sanierten Bühnen am Offenbachplatz eröffnet.
Die bekannte Kölner Moderatorin Bettina Böttinger führte durch den Abend mit Rede- und Musikbeiträgen, die rund 1250 geladene Gäste verfolgten, die zuvor über den Roten Teppich in die Oper gelangten. Die ganz große Prominenz fehlte aber, etwa NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Er nannte terminliche Gründe für seine Absage (wir berichteten).
Reker hatte von Desaster gesprochen
In seiner Rede entschuldigte sich Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) erneut für die Fehler, die die Stadt während der 14-jährigen Sanierung und Erweiterung von Oper, Schauspiel, Kinderoper und Kleinem Haus mit insgesamt rund 2500 Plätzen gemacht hat. Ursprünglich angesetzt waren 2012 gut drei Jahre.

Der Blick in den Opernsaal.
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Burmesters Vorgängerin Henriette Reker (parteilos) hatte in der Vergangenheit von einem „Desaster“ gesprochen.
Zwei Premieren am Wochenende
Die letzte Aufführung vor der Sanierung war am 7. Juni 2012 „Die Meistersinger von Nürnberg“ im Opernhaus. Im sanierten Schauspiel aus dem Jahr 1962 findet am Freitag (25. September) mit dem Stück „In bester Lage“ die Premiere statt, im Opernhaus von 1957 folgt am Sonntag (27. September) der „Rosenkavalier“ – allerdings mit Einschränkungen, weil die Bühnentechnik nicht einwandfrei funktioniert (wir berichteten).
Am vergangenen Wochenende hatten die Bühnen ein Eröffnungsfest für die Kölner Bürgerinnen und Bürger veranstaltet.
Viele Kostenexplosionen
In der Vergangenheit hatte die Kölner Bühnen-Sanierung aufgrund ihrer zigfachen Verzögerungen und Kostenexplosionen bundesweit im Fokus gestanden.
Aus geplanten Planungs- und Baukosten von 253 Millionen Euro sind 798,6 Millionen Euro geworden, vor allem weil die sogenannte Haustechnik nahezu komplett neu geplant werden musste, nachdem die Stadt im Sommer 2015 die für den 7. November 2015 geplante Eröffnung abgesagt hatte.
Hängen blieb vor allem der Satz der damaligen Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach: „Ich habe hier nicht den Oberverantwortungs-Hut auf.“ Er stand sinnbildlich dafür, dass viele Jahre niemand Verantwortung für das Sanierungs-Debakel übernommen hat.
Jahrelang passierte kaum etwas Konkretes auf der Baustelle, mehrfach musste die Organisation verändert werden, die Pläne angepasst werden. Erst im Juni 2021 startet die Baustelle ein zweites Mal.
Und die Kosten stiegen und stiegen: Rechnet man zu den Baukosten die Finanzierungskosten und die Ausgaben für die Interimsspielstätten hinzu, kostet das ganze Vorhaben rund 1,465 Milliarden Euro. Geplant waren 2012 an Gesamtkosten nur 540,9 Millionen Euro. OB Burmester versprach am Donnerstagabend, dass die Stadt daraus lernen werde. (mhe)
