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150 aus 150Konrad Adenauer ist der wohl prominenteste Kölner der vergangenen 150 Jahre

Der studierte Jurist wurde 1917 zum Kölner Oberbürgermeister und 1949 zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik gewählt.

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Konrad Adenauer an seinem Schreibtisch im Bundeskanzleramt in Bonn im Jahr 1960.

Konrad Adenauer an seinem Schreibtisch im Bundeskanzleramt in Bonn im Jahr 1960.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im letzten Teil der Serie geht es um den Politiker Konrad Adenauer.

Bedeutung

Konrad Adenauer ist der prominenteste und in der Epoche der vergangenen 150 Jahre sicher der bedeutendste Kölner. Der studierte Jurist begann 1906 als Beigeordneter in der Kölner Stadtverwaltung, wurde 1909 Erster Beigeordneter und Stellvertreter von Oberbürgermeister Max Wallraf, zu dessen Nachfolger er 1917 gewählt wurde. Als Vorsitzender des Rheinischen Provinzialausschusses und seit 1921 des Preußischen Staatsrats hatte er über Köln hinaus politischen Einfluss. Der Zentrumspolitiker wurde 1933 von den Nationalsozialisten aus allen Ämtern verjagt, politisch verfolgt und mehrere Monate inhaftiert.


Konrad Adenauer

Geboren: 5. Januar 1876 in Köln

Gestorben: 19. April 1967 in Rhöndorf


1945 setzten ihn die US-Amerikaner als Oberbürgermeister ein, fünf Monate später entließen die Briten ihn. Anfangs zögernd, übernahm er nach wenigen Monaten alle Führungsämter der CDU in der Britischen Zone und 1950 den Bundesvorsitz. 1948 erfolgte die Wahl zum Präsidenten des Parlamentarischen Rats und 1949 die zum Bundeskanzler.

Dieses Amt übte er bis 1963 aus, zeitweise war er auch Außenminister. Adenauer förderte die Aussöhnung mit Frankreich und die europäische Einigung. Mit der Errichtung der Bundeswehr und dem Beitritt zur Nato sorgte er für die Sicherheit Deutschlands. 1955 erreichte er in der UdSSR die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen.

Wirken in Köln

Unmittelbar nach seinem Amtsantritt als OB 1917 widmete er sich dem Ausbau seiner Heimatstadt zur Metropole des Westens – ungeachtet aller Schwierigkeiten und Krisen. Seiner Tatkraft, seinem Pragmatismus und seinen Führungsqualitäten mit zu verdanken sind Gründung der Universität, der Messe und des Flughafens, der Ausbau des Niehler Hafens, der Grüngürtel und das Stadion, die Ansiedlung von Ford und des Rundfunks, die Musikhochschule sowie der Bau der Mülheimer Brücke.

Bemerkenswert

Der passionierte Rosenzüchter erfand praktische Dinge wie das beleuchtete Stopfei und die Sojawurst.

Spuren in der Stadt

Ein Teil des Rheinufers, je eine Straße in Porz und in Rodenkirchen sowie der Flughafen tragen seinen Namen. Vor St. Aposteln steht ein Denkmal, und am Ratsturm erhielt der Ehrenbürger (1951) eine Figur. Seit 2004 vergibt die Stadt einen Preis mit seinem Namen.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.