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150 aus 150Laura von Oelbermann förderte zahlreiche soziale Projekte in Köln

Die Multimillionärin initiierte unter anderem das Evangelische Krankenhaus Weyertal und den Verein der evangelischen Frauenhilfe.

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Laura von Oelbermann

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 149. Teil der Serie geht es um die Mäzenin Laura von Oelbermann.

Bedeutung

Laura von Oelbermann war eine großzügige Förderin sozialer Zwecke. Im Alter von 21 Jahren heiratete sie den Kaufmann Emil Oelbermann. Dieser hatte als Inhaber eines Tuchgeschäfts und Teilhaber einer Tuchfabrik erfolgreich Geschäfte in den USA gemacht und war in den 1850er Jahren dorthin ausgewandert. In New York gründete er die Deutsch-Amerikanische Versicherungsgesellschaft, mit der er großen Reichtum erwarb. In den USA wurden die drei Söhne des Ehepaars geboren. 1878 kam die Familie zurück nach Köln. Dort bezog sie 1891 eine große Villa am Hohenstaufenring.


Laura von Oelbermann

Geboren: 18. Mai 1846 in Köln

Gestorben: 3. Juni 1929 in Köln


Nach dem frühen Tod der Söhne und ihres Mannes zwischen 1897 und 1904 engagierte sich Laura Oelbermann für wohltätige Zwecke. Sie stand Kaiserin Auguste Victoria nahe und richtete 1906 unter deren Namen eine Stiftung in Jerusalem ein, die dort eine Haushaltschule und ein Hospiz unterhielt. 1910 besuchte sie an der Seite des Kaiserpaars Jerusalem. Kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs verlieh Kaiser Wilhelm II. ihr den Adelstitel.

Wirken in Köln

Die Multimillionärin initiierte das Evangelische Krankenhaus Weyertal und den Verein der evangelischen Frauenhilfe mit, dem 1909 mehr als 1000 Frauen angehörten. Der Verein betreute jährlich 200 Familien, organisierte Ferienaufenthalte und versorgte Kinder mit Mahlzeiten. Frauen wurde Nähen als Heimarbeit beigebracht, und sie erhielten die dafür notwendigen Produktionsmittel. Oelbermann spendierte dafür jährlich hohe Summen.

Über eine Stiftung finanzierte sie vor dem Ersten Weltkrieg einen Kinderhort, eine Krippe und ein Tagesheim. Bei ihren fast täglichen Besuchen von bis zu einem Dutzend sozial schwacher Familien brachte sie Lebensmittel und Kinderkleidung mit. Nach ihrem Tod wurde ihr gesamter Besitz zugunsten sozialer Zwecke versteigert.

Bemerkenswert

Die angenommene US-Staatsangehörigkeit wechselte sie erst 1906 wieder in eine deutsche.

Spuren in der Stadt

Die 1930 testamentarisch errichtete „Laura und Emil Oelbermann-Stiftung“ für Kinder und Jugendliche besteht bis heute. Auf dem Friedhof Melaten befindet sich die Familiengrabstätte. Im Rheinauhafen ist ein Teilstück der Promenade am Ufer nach ihr benannt.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.