Mit dem Katalog sollen Patenschaften für Gräber mit Restaurierungsbedarf einfacher vermittelt werden können.
„Immense Erleichterung“Stadt Köln richtet Online-Katalog für denkmalgeschützte Gräber ein

Beschädigte Engelsfigur auf dem Melaten-Friedhof - ein Fall für eine Grabpatenschaft.
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Die Hand ist entstellt, der Rücken gibt den Blick frei ins Innere. Die Engelsfigur auf dem Grab, eine sogenannte Galvanoplastik aus dem Jahr 1906, hat schon bessere Tage gesehen. Auch der Sockel und das Fundament brauchen dringend Zuwendung.
Um denkmalgeschützte Grabstätten mit abgelaufenem Nutzungsrecht zu erhalten, ermöglicht die Stadt seit den 1980er Jahren Grabpatenschaften. Die Patenschaft ist kostenlos, doch die Paten verpflichten sich, auf eigene Kosten das Grab instand zu setzen und zu pflegen. Im Gegenzug dürfen sie später das 25-jährige Nutzungsrecht dafür erwerben.
Rund 5000 denkmalgeschützte Gräber in Köln
Bisher musste die Verwaltung Interessenten zeitaufwendig über den Friedhof führen, um ihnen das Prinzip und infrage kommende Grabstätten zu erläutern. Nun kann sie zumindest für den Melaten-Friedhof auf den neuen Online-Katalog der Stadt verweisen. Neben Fotos von möglichen Patenschafts-Grabmälern können hier Informationen zum Material, zum Standort und zum Erhaltungszustand abgerufen werden. „Das ist eine immense Erleichterung, auch für die Paten“, so Klaus Rath, stellvertretender Gartenmeister auf Melaten.
In Köln sind rund 5000 Gräber aufgrund ihres Alters, ihrer künstlerischen Gestaltung oder ihrer besonderen Geschichte denkmalgeschützt. 2720 befinden sich auf dem Melaten-Friedhof. Bei weniger als der Hälfte davon ist das Nutzungsrecht abgelaufen, sie stehen also für eine Patenschaft zur Verfügung.
Bislang erst 30 Grabstellen erfasst
Der Online-Katalog erfasst bisher lediglich 30 Grabstellen, soll aber weiter ausgebaut werden. Auch für andere Friedhöfe ist eine Online-Übersicht geplant. „Es geht darum, einen einfacheren Zugriff zu bekommen“, so Melanie Ihlenfeld, Leiterin des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen.
Stadtweit wurden bisher 360 Grab-Patenschaften abgeschlossen, auch Vereine oder Stiftungen können sich engagieren. Der Aufwand variiert stark. Im Falle der ramponierten Engelsfigur und ihrem Unterbau schätzt Patrick Führer vom Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege die Kosten auf 11.000 bis 12.000 Euro. Es gebe Patenschaften mit weitaus höheren Folgekosten, in vielen Fällen sei auch nur eine Reinigung für ein paar hundert Euro fällig.
Das Amt berät bei der Restaurierung und erteilt die sogenannte denkmalrechtliche Erlaubnis als Voraussetzung für bauliche Veränderungen. Laut Reinhard Köpf, stellvertretender Leiter des Denkmal-Amts, muss die vorhandene Gestalt der Grabstätte jedoch erhalten bleiben: „Dazu gehört auch die historische Inschrift.“ Für Paten, die sich dort beerdigen lassen, dürften später aber kleinere Grabsteine hinzugefügt werden.
Weitere Informationen zu den Grabpatenschaften auf Kölner Friedhöfen gibt es unter Patenschaften für denkmalgeschützte Grabstätten - Stadt Köln. Der neue Online-Katalog ist abrufbar unter: https://www.stadt-koeln.de/artikel/74696/index.html
