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150 aus 150Dirk Bach moderierte nicht nur das Dschungelcamp

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ARCHIV - 01.09.2012, Berlin: Der Moderator und Entertainer Dirk Bach bei der Jubiläumssendung von «1, 2 oder 3». In einem kuriosen Rechtsstreit um die Benennung eines Platzes in Köln nach dem 2012 gestorbenen Comedian Dirk Bach hat der Rat der Stadt Köln den Kürzeren gezogen. (zu dpa: «Platz in Köln darf nach Dirk Bach benannt werden») Foto: Robert Schlesinger/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Moderator und Entertainer Dirk Bach im Jahr 2012. (Archivfoto)

Als Moderator war er vor allem für „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ bekannt. In Köln spielte er Theater in der Filmdose.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 77. Teil der Serie geht es um den Schauspieler, Moderator und Entertainer Dirk Bach.

Bedeutung

Dirk Bach war ein Multitalent auf der Bühne und im Fernsehen. Seine erste Schauspielrolle bekam er als Schüler mit 17 ohne Ausbildung in Heiner Müllers „Prometheus“. 1980 verließ Bach die Gesamtschule in Chorweiler mit der Mittleren Reife und tourte danach mit freien Theatergruppen im In- und Ausland. Seit 1983 übernahm er Filmrollen. 1992 erhielt er für zwei Jahre mit der „Dirk Bach Show“ eine eigene TV-Sendung. Von 2000 bis 2007 war Bach Ensemblemitglied der Sesamstraße.

TV-Geschichte schrieb er seit 2004 als Moderator der umstrittenen RTL-Realityshow „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Gemeinsam mit Sonja Zietlow moderierte er mit Tropenhelm und schrillen Kostümen sechs Staffeln des „Dschungelcamps“. Moderator war er auch in Hape Kerkelings Musical „Kein Pardon“. Bach arbeitete zudem als Synchron- und Hörbuch-Sprecher. Es gab aber auch Flops. 2008 sendete RTL die Show „Sonja & Dirk“ nur einmal, da sie – so die Kritik – Menschen öffentlich bloßstellte. Die Wissensshow „Power of Ten“ endete nach sechs Folgen.


Dirk Bach

Geboren: 23. April 1961 in Köln

Gestorben: 1. Oktober 2012 in Berlin


Wirken in Köln

1984 bis 1986 spielte Bach in Walter Bockmayers „Geierwally“ im Theater in der Filmdose. Seit 1990 gehörte er zum Ensemble des Schauspielhauses, wo er in Stücken von Shakespeare und Schiller auftrat. Bach setzte sich für die Gleichberechtigung Homosexueller ein. Er engagierte sich für die Aids-Hilfe Köln und organisierte für sie eine Benefiz-Konzertreihe, die 350.000 Euro einspielte.

Bemerkenswert

Bach war Vegetarier und trat aktiv für den Tierschutz ein. 2001 zeichnete ihn die Organisation Peta in New York mit dem „Humanitarian Award“ aus. 2005 erschien sein Kochbuch „Vegetarisch Schlemmen“. Sein letztes Theaterengagement hatte er in Berlin, wo er als „Der kleine König Dezember“ hätte sagen sollen: „Und wer tot ist, wird ein Stern.“ Fünf Tage vor der Premiere starb Bach an Herzversagen.

Spuren in der Stadt

Sein markant gestaltetes Grab befindet sich auf dem Friedhof Melaten. Bach war Mitstifter des „Lebenshauses“. Das Hospiz für Aids-Kranke in Longerich trägt seit 2013 seinen Namen. 2025 setzte sich die Bezirksvertretung Innenstadt gegen den Rat durch und benannte den Platz vor dem Schauspielhaus nach Bach.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.