Der SPD-Politiker war 19 Jahre lang Kölner Oberbürgermeister. Er galt als sehr diskussionsfreudig und verstand es, Menschen und Themen zusammenzubringen.
150 aus 150Norbert Burger galt als „Mann des Ausgleichs“

Norbert Burger war nach 1945 der Oberbürgermeister mit der längsten Dienstzeit. (Archivbild aus dem Jahr 1997)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 80. Teil der Serie geht es um den Politiker Norbert Burger.
Bedeutung
Norbert Burger war nach 1945 der ehrenamtliche Oberbürgermeister mit der längsten Dienstzeit. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen in Ehrenfeld auf. 1957 trat er in die SPD ein. Der studierte Jurist begann 1963 bei der Stadt, wo er 1965 die Leitung des Schulverwaltungsamts übernahm. 1970 wählte ihn der Rat zum Beigeordneten für Jugend und Soziales. Hier erwirkte Burger die Ausweitung der Anzahl an Kindergärten, den Ausbau der Alten- und Pflegeheime sowie die Verbesserung der Wohnraumversorgung.
Norbert Burger
Geboren: 24. November 1932 in Köln
Gestorben: 16. Mai 2012 in Köln
Seit 1971 engagierte er sich beim Arbeiter-Samariter-Bund und gehörte von 1993 zu dessen Präsidium. Für die soziale Gerechtigkeit setzte er sich sein Leben lang ein. 1973 wechselte Burger als stellvertretender Leiter des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung nach Bonn, seit 1974 war er im Entwicklungshilfeministerium tätig. 1975 wurde Burger erstmals in den Rat gewählt. Dort übernahm er den Vorsitz des Sozialausschusses. Burger galt als innerparteilicher Kompromisskandidat, als er 1980 vom Rat zum ehrenamtlichen Oberbürgermeister gewählt wurde.
Er galt als „Mann des Ausgleichs“, war sehr diskussionsfreudig und nahm Meinungen anderer wahr. Burger verstand es, Menschen und Themen zusammenzubringen. Nach 19 Jahren schied Burger aus dem Amt, das in eine direkt gewählte hauptamtliche Verwaltungsleitung geändert wurde. 1985 bis 2000 war er Mitglied des Landtags.
Wirken in Köln
Burger lag viel an der internationalen Verständigung auf kommunaler Ebene. Daher trieb er in seiner Amtszeit als OB den Abschluss von zehn Städtepartnerschaften voran.
Bemerkenswert
2002 wurde gegen ihn wegen einer Spendenaffäre der Kölner SPD ermittelt. Burger beteuerte seine Unschuld, das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage eingestellt.
Spuren in der Stadt
Zwei Monate nach seinem Ausscheiden aus dem Amt verlieh der Rat ihm die Ehrenbürgerwürde. Die Stadt widmete ihm den Platz an der südlichen rechtsrheinischen Rampe der Hohenzollernbrücke. Das ASB-Seniorenzentrum in Mülheim und das Quäker-Nachbarschaftszentrum im Inneren Grüngürtel tragen seinen Namen. Seine Grabstätte befindet sich auf Melaten. Am Ratsturm ist er auf einer Konsole abgebildet.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
