Die Kölner Polizei ist mit einem Großaufgebot im Grüngürtel im Einsatz. Die Demonstration werde zu Verkehrsbehinderungen führen.
„Rheinmetall entwaffnen“600 Rüstungsgegner starten Protestcamp in Köln – Demo am Abend

Am Dienstag füllte sich das Protestcamp im Grüngürtel, das zwischen Venloer und Subbelrather Straße stattfindet.
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Im Inneren Grüngürtel unterhalb des Colonius hat am Dienstag (1. September) das Protestcamp des Bündnisses „Rheinmetall entwaffnen“ begonnen. Rund einhundert Campingzelte waren am Nachmittag schon aufgebaut. In kleinen Gruppen strömten vor allem junge Menschen mit Rucksäcken, Iso-Matten und Campingzubehör auf die Wiese zwischen Venloer und Subbelrather Straße.
Nach eigenen Angaben rechnen die Veranstalter aktuell mit rund 600 Camp-Teilnehmern. Bis Sonntag wollen sie dort gegen Aufrüstung, Krieg und die Rüstungsindustrie protestieren. Im Laufe der Woche sind Workshops und Diskussionsveranstaltungen geplant, zudem mehrere Demonstrationen.
Die Polizei begleitet das Camp, wie berichtet, mit einem Großaufgebot. Bereits am Dienstag waren laut der Beamten in der Spitze bis zu 1200 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, aus Köln sowie aus anderen Städten in Nordrhein-Westfalen. Die Polizei hatte bereits im Vorfeld angekündigt, rund um die Uhr einsatzbereit zu sein, auch um auf mögliche nicht angemeldete Aktionen reagieren zu können. „Wir gehen davon aus, dass die große Mehrheit der Teilnehmenden friedlich und nicht an Straftaten interessiert ist“, sagte ein Polizeisprecher vor Ort.

Vom 1. bis zum 6. September findet das Protestcamp „Rheinmetall entwaffnen“ im Inneren Grüngürtel statt.
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Im Blick hat die Polizei insbesondere Teilnehmer, die aus anderen Städten anreisen, unter anderem in einem Bus aus Berlin. Teile der dortigen linken Szene hätten nach Angaben des Polizeisprechers in sozialen Netzwerken nach dem umstrittenen Polizeikessel bei der Demonstration im vergangenen Jahr sinngemäß angekündigt, es sei noch „eine Rechnung offen“. „Wir hoffen, dass es bei solchen Ankündigungen bleibt“, so der Sprecher.
Polizei prüft Hinweis: Ziegelsteine in Auto entdeckt
Trotz des großen Polizeiaufgebots wirkte die Situation vor Ort am Dienstagnachmittag entspannt. Der Park ist nicht abgesperrt und kann von Spaziergängern, Sportlern und Anwohnenden weiterhin genutzt werden. Jogger liefen durch den Grüngürtel, Familienväter fuhren auf Lastenrädern vorbei. „Ich fühle mich durch das Camp überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil: Ich halte das Anliegen der Demonstrierenden für wichtig“, sagte ein Passant mit zwei Hunden an der Leine auf Nachfrage.
Einen konkreten Hinweis überprüfte die Polizei am Dienstag dennoch: In einem in der Nähe des Grüngürtels geparkten Autos sollen Ziegelsteine gesehen worden sein. Ob der Wagen oder die Steine im Zusammenhang mit dem Protestcamp stehen, war zunächst unklar.
Demonstrationszug über die Venloer Straße
Das Bündnis „Rheinmetall entwaffnen“ hat Köln nach eigenen Angaben bewusst als Standort gewählt. Die Stadt sei unter anderem wegen Bundeswehrstandorten, Unternehmen aus dem Umfeld der Rüstungsindustrie und ihrer Bedeutung als Medienstandort ein „Dreh- und Angelpunkt“, sagte Camp-Pressesprecherin Charlie Fitcher. Das Gelände sei frei zugänglich, Kölnerinnen und Kölner seien ausdrücklich eingeladen, vorbeizukommen. Am Infopunkt könnten sich Interessierte über das Programm informieren. „Wir greifen keine Menschen an. Personen müssen keine Angst vor uns haben“, sagte Fitcher.
Für Dienstagabend ist die erste größere Demonstration der Protestwoche geplant. Die Veranstalter rechneten nach Angaben der Polizei mit rund 600 Menschen. Der Demonstrationszug soll ab 17.30 Uhr vom Friesenplatz über die Venloer Straße nach Ehrenfeld führen.
Polizei zieht Konsequenzen aus Einsatz im vergangenen Jahr
Die Protestwoche findet zum zweiten Mal in Köln statt. Im vergangenen Jahr war es bei der Abschlussdemonstration zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Polizei gekommen. 13 Polizisten und mindestens neun Demonstrierende wurden verletzt. NRW-Innenminister Herbert Reul hatte später unter anderem Fehler bei der Versorgung über Stunden eingeschlossener Demonstranten mit Wasser und beim Zugang zu Toiletten kritisiert.
Auch die Polizei hat Konsequenzen aus dem Einsatz im vergangenen Jahr gezogen. Für den Fall, dass es in diesem Jahr erneut zu einer länger dauernden Einschließung kommen sollte, hält die Polizei nach eigenen Angaben deshalb vorsorglich Wasser und mobile Toiletten bereit. Für Freitag und Samstag sind weitere größere Versammlungen angekündigt.
