Der „Herbstzauber“ hat in der Friedhofsgärtnerei eine besondere Bedeutung. Gemeint ist damit ein Sortiment von Pflanzen, die in Form und Farbe für Abwechslung sorgen. Das sind zum Beispiel Gewächse mit buntem, gemustertem Laub oder Beerenfrüchten, Blühpflanzen wie Astern und Echinacea sowie Alpenveilchen, Knospenblüherheide und Wolfsmilch oder Ziergräser. Seit einigen Jahren sind solche Kombinationen im Trend. Sie heben sich vom traditionell eher einheitlichen Grabschmuck erfrischend ab, etwa von mit Silberblatt eingefasstem Heidekraut.

Bei der Bepflanzung auf dem Melatenfriedhof sollen Farbe und Form für Abwechslung sorgen.
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Überall ist der „Herbstzauber“ zurzeit auf Melaten zu sehen, wo seit Anfang Oktober wie auch auf den 54 anderen kommunalen Friedhöfen der Stadt Grabstätten für die kältere Jahreszeit hergerichtet werden. So geschieht es regelmäßig vor Allerheiligen, dem Auftakt der Totengedenktage im November. Viele Menschen besuchen an diesen Feiertagen die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen und stellen dort Lichter auf. Manch einer sorgt vorher dafür, dass die letzte Ruhestätte einen ansprechenden Anblick bietet. Die einen kümmern sich selbst darum, andere verlassen sich auf den Jahrespflegevertrag oder die Dauergrabpflege der Friedhofsgärtner.
Sommerbepflanzung wird entfernt und neue Gewächse werden eingesetzt
Für die Ehren- und Kriegsgräber ist die Stadt zuständig, erklärt Gärtnermeister Jürgen Zach vom Grünflächenamt bei einem Rundgang über den Melatenfriedhof, vorbei an teils aufwändig gestalteten Grabmälern mit Jesus- und Marienstatuen, Engeln und anderen Figuren. Auch um die denkmalgeschützten Grabstätten, deren Nutzungsrecht erloschen ist, kümmert sich das Azubi-Team des Meisterbereichs, zu dem Melaten gehört.

Auszubildende wie Alexa Knüpp kümmern sich um denkmalgeschützte Grabstätten auf dem Melatenfriedhof.
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Einer Vielzahl anderer Gräber nehmen sich Betriebe an, die Mitglied der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner sind. Dessen Geschäftsführer Lutz Pakendorf spricht von einem „dreistufigen Verfahren“ bei der Saisonbepflanzung: Zuerst wird von Begonien bis zu Geranien sämtlicher Sommerflor entfernt, danach das Beet aufgelockert und eventuell mit frischer Erde verbessert, schließlich werden neue Gewächse gesetzt. Sache der Stadt ist es, die Schmuckbeete und Rasenflächen auf dem Friedhof in Ordnung zu halten, die nicht in privater Hand sind.
Karnevalisten versammeln sich jedes Jahr zum Gedenken an verstorbene Kameraden
Während des Rundgangs fährt mehrmals ein Fahrzeug an den Teilnehmern vorbei, das das Herbstlaub aufsammelt. „Vor ein paar Tagen waren wir schon weiter, aber dann kam der erste Herbststurm“, sagt Zach. Also müssen Wege, Rasenstreifen und andere Flächen erneut von Blättern befreit werden, ebenso von Zweigen und Ästen. Auch abgesehen davon ist die Arbeit, zu der ebenso der Rückschnitt von Hecken gehört, längst nicht getan. „Es ist noch erstaunlich viel Grün in den Bäumen“, sagt Pakendorf. „Die Temperatur müsste konstant in den einstelligen Bereich fallen, dann rauschen die meisten Blätter herunter.“

Das Grünflächenamt befreit Wege und Rasenstreifen vom Herbstlaub.
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Eine besondere Rolle spielt an Allerheiligen der Teil des Friedhofs, wo die Roten Funken eine Erinnerungs- und Ruhestätte für ihre Mitglieder unterhalten. 2018 übernahmen sie die Patenschaft für die unter Denkmalschutz stehende und von ihnen restaurierte Anlage, die einst im Besitz der Familie Cron und Allert war und die eine Fülle roter und weißer Alpenveilchen ziert. Jedes Jahr am 1. November versammeln sich die Karnevalisten hier zu einem stillen Gedenken an die verstorbenen Kameraden.
Auf der anderen Seite dieses Platzes, der sich unweit des alten Haupteingangs befindet, hat die Ehrengarde der Stadt Köln eine historische Grabstätte übernommen. In der Mitte des Geländes steht unter einem stattlichen Ahornbaum ein Hochkreuz. Das Team vom Grünflächenamt richtet den Ort her, indem es den Weg davor mit neuem Split deckt, zwei Flammschalen am Unterbau des Kreuzes platziert und einen Kranz niederlegt. Traditionell stellen hier Hunderte Besucher und Besucherinnen an Allerheiligen Grablichter ab.

