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150 aus 150Reinhold Heinen prägte die Kölner Zeitungslandschaft

Seine journalistische Karriere startete Heinen in Düren, später gründete und leitete er die „Kölnische Rundschau“.

Von
Dr. Reinhold Heinen

Dr. Reinhold Heinen

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 56. Teil der Serie geht es um den Verleger, Journalisten und Politiker Reinhold Heinen.

Bedeutung

Reinhold Heinen gründete 1946 die „Kölnische Rundschau“. Seine Jugend verbrachte er in der Eifel, studierte dann in Bonn Sozial- und Staatswissenschaften und promovierte 1919 in Breslau. Bereits während des Studiums arbeitete er bei Zeitungen in Ostpreußen und Oberschlesien. Im Dezember 1919 wurde er Chefredakteur der Aachener Tageszeitung „Der Volksfreund“. 1921 übernahm er in Köln die Geschäftsführung der Kommunalpolitischen Vereinigung der katholischen Zentrumspartei. Mit deren Verbot 1933 durch den NS-Staat verlor er seine wirtschaftliche Basis.

Im Juni 1933 inhaftierte ihn die Gestapo für zehn Tage im Gefängnis „Klingelpütz“. Seinen Lehrauftrag an der Universität verlor er 1937 wegen „politischer Unzuverlässigkeit“. Mit der Familie siedelte Heinen zu Verwandten in der Eifel über. Dort verfasste er heimatkundliche Beiträge. In dieser Zeit lieferte er auch einem Nachrichtenbüro in den Niederlanden illegal Berichte über die Kirche im NS-Staat, weshalb er 1941 verhaftet und 1942 ins KZ Sachsenhausen überstellt wurde. Bis zum Kriegsende war er dort politischer Häftling. Nach Befreiung und Rückkehr ins Rheinland gründete Heinen in Düren die CDU mit und war 1945/46 Landrat im Kreis Monschau.


Reinhold Heinen

Geboren: 7. Januar 1894 in Düsseldorf

Gestorben: 23. Juli 1969 in Heimbach


Wirken in Köln

Die britische Militärregierung vergab 1946 Lizenzen an Verlage, die den neu- oder wiedergegründeten demokratischen Parteien nahestanden. Heinen sicherte sich die Lizenz für die christlich-demokratische „Kölnische Rundschau“, die er vom ersten Erscheinungstag an, dem 19. März 1946, als Verleger und zeitweiliger Chefredakteur leitete. Heinen pochte auf seine politische Unabhängigkeit, was in den Folgejahren zu Konflikten mit dem CDU-Vorsitzenden und Kanzler Konrad Adenauer führte. 1952 übernahm Heinen die „Bergische Landeszeitung“, 1955 die „Oberbergische Volkszeitung“. 1953 startete er die Rundschau Altenhilfe „Die gute Tat“.

Bemerkenswert

Eigentlich sollte die „Kölnische Rundschau“ erstmalig bereits am 1. März 1946 erscheinen, aber ausgelaufener Leim in Heinens Aktentasche vernichtete die Lizenzunterlagen.

Spuren in der Stadt

Seit 1949 saßen Redaktion und Verlag an der Stolkgasse, wo 1961/63 das Rundschau-Haus errichtet wurde.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.