Der Wissenschaftler ist einer der Entdecker der Dien-Synthese, die die Vereinigung von chemischen Stoffen erklärt.
150 aus 150Kurt Alder erhielt den Nobelpreis für Chemie

Kurt Alder, Nobelpreisträger für Chemie. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 55. Teil der Serie geht es um den Chemiker und Nobelpreisträger Kurt Alder.
Bedeutung
Kurt Alder erhielt als einziger Lehrstuhlinhaber der Universität Köln einen Nobelpreis. In den 1920er Jahren studierte er Chemie in Berlin und Kiel, wo er nach der Promotion 1926 mit seinem akademischen Lehrer Otto Diels weiterforschte. Die beiden entdeckten die sogenannte Dien-Synthese, die die Vereinigung von chemischen Stoffen erklärt. Dafür erhielten sie 1950 den Nobelpreis für Chemie. 1930 habilitierte sich Alder in Kiel, fand aber keine Anstellung als Professor.
Nach dem Krieg führte er dies auf seine Weigerung zurück, nach 1933 NSDAP-Mitglied zu werden. Tatsächlich trat er in die Motor-SA ein, die 1934 dem Nationalsozialistischen Kraftfahrer-Korps (NSKK) unterstellt und schließlich mit ihm verschmolzen wurde. Alders spätere Behauptung, nach dem „Röhm-Putsch“ von 1934 habe er sich vom NSKK gelöst, stimmte so nicht. Allerdings ist ihm eine aktive Teilnahme in NS-Organisationen nicht nachzuweisen. Mehrere Gutachten stuften ihn sogar als „politisch unzuverlässig“ aus Sicht des Regimes ein.
1936 wechselte Alder als Abteilungsleiter des Hauptlaboratoriums zum IG-Farben-Konzern nach Leverkusen. 1940 wurde er zum Professor für Chemische Technologie und Experimentelle Chemie an der Universität Köln berufen. Ein Jahr später erfolgte die Ernennung zum Direktor des Chemischen Instituts, 1958 die Emeritierung.
Kurt Alder
Geboren: 10. Juli 1902 in Königshütte/Oberschlesien
Gestorben: 20. Juni 1958 in Köln
Wirken in Köln
Alder übernahm 1949/50 das Dekanat der Fakultät. Den Rektorenposten lehnte er 1955 aus Gesundheitsgründen ab.
Bemerkenswert
1955 zählte Alder zu den Erstunterzeichnern der „Mainauer Kundgebung“, eines Aufrufs von Nobelpreisträgern zum Verzicht auf Atomwaffen. 1979 erhielt ein Mondkrater seinen Namen. Ein Insektizid, hergestellt über die Dien-Synthese, trägt den Namen Aldrin.
Spuren in der Stadt
In Flittard befindet sich die Kurt-Alder-Straße. Eine gleichnamige Stiftung an der Universität zu Köln, errichtet von seiner Witwe Gertrud geb. Bitzer, fördert mit dem Kurt-Alder-Preis besonders begabte Nachwuchswissenschaftler aus dem Bereich der Organischen Chemie. Im Chemischen Institut der Uni ist der größte Hörsaal nach ihm benannt. Sein Nachlass mit der Nobelpreisurkunde befindet sich im Universitätsarchiv.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.