Bayer 04 hat in Monheim in einer öffentlichen Versammlung noch einmal für sein Trainingszentrum geworben, das eine politische Mehrheit abgelehnt hat.
MonheimErneut Diskussionen über den Campus-Plan von Bayer 04 Leverkusen

Anne Dannenberg von Bayer 04 (2 v.l.) stellt den Campus im Bürgerhaus Monheim Baumberg vor.
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Eigentlich ist die Lage in Monheim mit dem geplanten Trainingszentrum klar. Und doch ist alles sehr unklar – und zwar für Bayer 04. Was ist da los? Bayer 04 hatte Interessierte für Montagabend in Monheim zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung über den von ihnen gewünschten Trainingscampus mit zehneinhalb Fußballfeldern und einem Funktionsgebäude eingeladen.
Bayer 04 hatte die Informationsveranstaltung organisiert, auch wenn sich eine Ratsmehrheit aus Bürgermeisterin, CDU, SPD und Grünen in Monheim Ende Mai 2026 endgültig darauf festgelegt hatte, dass der Campus mit 14,7 Hektar Größe an dieser Stelle nicht gebaut werden soll.
Politische Mehrheit lehnt den Plan ab
Über Monate hatte es Gespräche zwischen dem Monheimer Mehrheitsbündnis und Bayer 04 über den Campus und Alternativen gegeben, die damit endeten, dass das Mehrheitsbündnis den Campus an der Alfred-Nobel-Straße für nicht machbar erklärt hatte. Bayer 04 dagegen sieht keine Möglichkeit, ein kleineres Trainingszentrum zu errichten und es dezentral an der Stadtgrenze zu Leverkusen zu bauen.
Auf der Veranstaltung sagte die Bayer-04-Vertreterin Anne Dannenberg, die das Projekt erneut vorstellte, dass Bayer 04 zu dem Grundstück keine Alternative habe. Sinngemäß sagte sie: Wenn das hier (an der Alfred-Nobel-Straße) nicht funktioniere, dann werde diese Anlage nicht gebaut, denn in Leverkusen habe man kein Grundstück gefunden. Demnach steckt Bayer 04 in Monheim planerisch in einer Sackgasse.
Die Aussage des Mehrheitsbündnisses zum Campus ist klar formuliert worden; wie die Mehrheitsmeinung in der gesamten Monheimer Bevölkerung ist, ist nicht einzuschätzen. Zum Informationsabend waren auch Leverkusener gekommen. Bei den vielleicht 250 Teilnehmern der Diskussion am Montagabend zeigte sich eine Spaltung.

„Leverkusener Verein – Leverkusener Problem“, Demonstranten vor der Bürgerhalle.
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Befürworter sagten: Das Grundstück gehöre Bayer 04, sie sollten dort bauen können. Oder sie argumentierten, dass die Vorteile groß seien – das solle sich Monheim nicht entgehen lassen. Mehrere Ehrenamtler aus der Szene der Sportvereine sagten, dass das Trainingszentrum für Monheim wünschenswert sei, sie versprechen sich Impulse. Bayer 04 verspricht zudem 150 neue Arbeitsplätze und kann sich vorstellen, eine Energiegenossenschaft für erneuerbaren Solarstrom mit Monheim zu bauen.
Die Kritiker kamen wieder mit ihren Argumenten: Den wenigen Freiflächen komme im dicht bebauten Monheim eine besondere Bedeutung zu, etwa als Kaltluft-Entstehungsgebiet für die Stadt. Den Grünzug zwischen Siedlung und Bayer Crop Science hatten Fachleute aus der Regionalplanung als zu wichtig bezeichnet, als dass man ihn opfern sollte. Der Grünzug ist der einzige Fluchtweg für die Tiere, wenn Hochwasser den Monheimer Rheinbogen überflutet. Der Campus bedeute Lichtverschmutzung und Lärm für die Anwohner.
Das Grundstück auf einem Grünzug gegenüber Bayer Crop Science an der Alfred-Nobel-Straße, also nahe der Stadtgrenze, gehört der Bayer AG. Derzeit wird darauf im Wesentlichen Landwirtschaft betrieben und es gibt ein Wäldchen inmitten der Felder. Die letzte Planung von Bayer 04 sieht vor, dass Abstände zwischen dem Campus-Zaun und der Wohnbebauung zwischen 115 und 260 Metern erhalten bleiben sollen.
Auf dem Bürgersteig vor dem Bürgerhaus demonstrierten am Montagabend Kritiker. Es gab erhitzte Wortgefechte und ein Befürworter verlor ganz die Fassung. Er versuchte, ein Banner der Demonstranten herunterzureißen, das gegenüber der Halle zwischen zwei Bäumen aufgehängt worden war.
In den Tagen vor der Veranstaltung hatte sich ein Kampf um die Meinungshoheit hochgeschaukelt. Bayer 04 macht in den sozialen Medien und auf der eigenen Internetseite Werbung für den Plan; das Bündnis antwortete mit einem Faktencheck-Papier, in dem es die Aussagen von Bayer 04 überprüfte und bewertete.
