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TrainingszentrumBayer 04 kann die Politik in Monheim nicht überzeugen

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Bayer-04-Campus in Monheim Version aus Mai 2026  Foto: rendertaxi GmbH Alexander Pfeiffer und Felix Volland

Eine Visualisierung des neuen Plans für ein Profi-Trainingsgelände, das Bayer 04 in Monheim plant. Links unten: Bayer Crop Science, oben die Siedlung am Heerweg.

Bayer 04 kann sich in Monheim mit einem abgespeckten Plan nicht durchsetzen – Gespräche sind aber weiter möglich.

Auch mit seinen neuen und verkleinerten Plänen für ein Profi-Trainingszentrum blitzt Bayer 04 beim Mehrheitsbündnis der regierenden Monheimer Fraktionen ab. Mehr noch: „Die Gespräche haben gezeigt, dass die Planungen nördlich des Pflanzenschutzzentrums offenbar an einem Endpunkt angekommen sind“, legen sich die Monheimer Parteien CDU, SPD und Grüne fest. Sie haben eine Mehrheit im Rat.

Die Absage ist eine Reaktion auf eine von Bayer 04 vorgelegte, neue Version für ein Trainingszentrum in Monheim. Inzwischen die vierte. Bayer 04 schreibt in einer Pressemeldung, die Pläne seien gegenüber dem letzten Stand vom November 2025 umfassend überarbeitet worden, auf Kritik aus Teilen der Monheimer Politik und von Monheimer Bürgern habe man reagiert.

Der Abstand zur Wohnbebauung etwa sei vergrößert worden und eine zusätzliche Bepflanzung solle die Anwohnenden vor Lärm und Licht auf den Fußballplätzen schützen. Im Vergleich zu den alten Plänen stehe das Gebäude jetzt außerhalb des Grünzugs und vollständig auf der Fläche, für die es bereits einen gültigen Bebauungsplan gibt. Das zentral gelegene Wäldchen behalte mit dem neuen Plan eine Verbindung zum umliegenden Grünland. Ein neues Zufahrts- und Parkkonzept entlaste die Wohngebiete in der Nähe. Das Parkhaus zum Trainingscampus will man jetzt auf dem benachbarten Crop-Science-Gelände auf der anderen Seite der Alfred-Nobel-Straße bauen. Die Zahl der Fußballplätze ist im Vergleich zu den Plänen vom November 2025 gleich geblieben.

Grundstück gehört Bayer

Das Grundstück gehört der Bayer AG; bisher besteht nur auf einem kleinen Teil Baurecht, weshalb Bayer 04 zwingend auf die Zustimmung des Monheimer Stadtrats zu seinen Plänen angewiesen ist.

Praktisch gleichzeitig mit der Pressemitteilung von Bayer 04 kam eine gemeinsame Pressemitteilung der Monheimer Fraktionen CDU, SPD und Grüne, die mit der von ihnen unterstützten Oberbürgermeisterin eine knappe Mehrheit im Monheimer Rat haben. Das Bündnis lehnt auch die neuen Pläne für den „Campus“ ab. In einer Pressemitteilung schreiben die Parteien, es sei ausdrücklich festzuhalten, dass Bayer 04 Anpassungen vorgenommen habe. Die Anzahl der Trainingsplätze sei reduziert worden, Gebäudevolumen angepasst und zusätzliche Grün- und Pufferflächen eingerichtet worden. Aber: Auch diese Planung umfasse weiterhin eine Anlage mit zehneinhalb Fußballfeldern auf rund 15 Hektar Fläche inklusive Funktionsgebäuden, Flut- und Wachstumslichtanlagen sowie weiterer Infrastruktur. Man sei nach intensiver Abwägung zu dem Ergebnis gekommen, dass die vorgelegte Planung für Monheim nicht tragbar sei.

Den verbliebenen Freiflächen komme eine besondere Bedeutung zu, denn Monheim gehöre zu den am dichtesten besiedelten Städten in NRW. Auch in der übergeordneten Düsseldorfer Bezirksregierung hatte es Vorbehalte gegen die Bebauung des Grünzugs gegeben, weil der Grünstreifen der einzige Fluchtkorridor für Tiere aus der Rheinaue bei Hochwasser ist.

Bayer 04 schreibt, insbesondere Fragen zur Größe des Projekts, zu Umwelt- und Tierschutz, möglichen Lärm- und Verkehrsbelastungen sowie zu Alternativflächen in der Region hätten im Mittelpunkt bei der neuen Planung gestanden. Der Monheimer Mehrheitskoalition hat das offenbar nicht gereicht: „Für uns als Vertreter der Stadt Monheim am Rhein bleiben jedoch der Schutz von Freiflächen, Natur und Wohnumfeld die ausschlaggebenden Kriterien“, heißt es in der Pressemitteilung, man habe Bayer 04 zahlreiche alternative Vorschläge unterbreitet, innerhalb der Stadt und interkommunal, auf Leverkusener Stadtgebiet zwischen Buschbergsee und Laacher See. Diese Vorschläge bewertet Bayer 04 als in der Kürze der Zeit nicht umsetzbar. „Aus Sicht des Unternehmens sei das nachvollziehbar“, schreiben die Parteien, und, dass man weiterhin gesprächsbereit sei. Der Campus koste die Stadt Monheim nichts, wirft Bayer 04 in die Waagschale und verspricht zusätzlich 150 neue Arbeitsplätze.

Monheim: Protest der Anwohnenden. Auf diese Felder will Bayer 04 sein Trainingszentrum / Trainingscampus an der Alfred-Nobel-Straße bauen. Foto: Ralf Krieger

Monheim: Protest der Anwohnenden gegen das Leistungszentrum am Feldrain.

Bisher trainieren die Bayer 04-Profis in Leverkusen-Küppersteg auf Plätzen neben der BayArena. Die Fußball-GmbH steht wegen des drohenden Ausbaus der A1 unter Druck. Weil die Parkplätze unter der Stelzenautobahn während der Bauphase entfallen, will Bayer 04 sie auf die derzeitigen Trainingsplätze oder in ein Parkhaus im Leverkusener Sportpark verlegen.

Bayer 04 geht in Monheim in die Offensive: Das überarbeitete Konzept soll über eine eigene Website vorgestellt und in einer Bürgerversammlung am 8. Juni 2026 um 18 Uhr im Bürgerhaus Baumberg (mit Anmeldung unter monheim@bayer04.de) diskutiert werden.


Der vorgelegte Entwurf ist der vierte Anlauf von Bayer 04, in Monheim und Langenfeld einen Campus zu bauen. Der erste Entwurf, 40 Hektar groß, dreizehneinhalb Plätze, auf Grünland im Trinkwasserschutzgebiet, das der Bayer AG gehört. Dann kam die Meisterschaft. Bayer 04 plante ab Frühjahr 2025 in Monheim auf dem Feld gegenüber Bayer Crop Science. Zuerst 38 Hektar groß, worauf sich in Monheim eine breite Gegnerschaft formierte. Bei der vergangenen Kommunalwahl war der Bayer-04-Campus ein wichtiges Thema. Im November 2025 brachte Bayer 04 wegen der Proteste verkleinerte Pläne heraus: Noch 14,8 Hektar mit zehneinhalb Spielfeldern. Ungefähr genauso groß, mit der gleichen Anzahl Spielfeldern, kommt der aktuelle Entwurf.