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150 aus 150Robert Pferdmenges war ein einflussreicher Bankier und Politiker

Der Bankier galt seit den 1920er Jahren als enger Vertrauter Konrad Adenauers.

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Der Bankier Robert Pferdmenges

Der Bankier Robert Pferdmenges

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 147. Teil der Serie geht es um den Bankier und Politiker Robert Pferdmenges.

Bedeutung

Robert Pferdmenges war ein einflussreicher Bankier und Politiker. Nach der Banklehre führte ihn seine Karriere in der Disconto-Gesellschaft 1905 nach London, 1914 nach Antwerpen und schließlich zur Düsseldorfer Filiale des A. Schaaffhausen‘schen Bankvereins. 1919 übernahm er den Vorstandsvorsitz dieses Kölner Bankhauses. Als Vorsitzender der Vereinigung von Banken und Bankiers in Rheinland und Westfalen sowie als Regierungsberater war sein Einfluss auf finanzpolitische und wirtschaftliche Entscheidungen in der Weimarer Republik groß.

Wirken in Köln

1929 wirkte Pferdmenges wesentlich an der Fusion der Disconto-Gesellschaft, die den Bankverein übernommen hatte, und der Deutschen Bank mit. Ein Vorstandsamt dort lehnte er ab und trat 1931 als persönlich haftender Gesellschafter in das Bankhaus Sal. Oppenheim ein. 1932 liquidierte er erfolgreich die in Zahlungsschwierigkeiten geratene Bank A. Levy. Das Bankhaus Oppenheim kam in der NS-Zeit wegen der jüdischen Herkunft des Gründers unter Druck. Pferdmenges wurde 1938 Namensgeber der Bank, die so bis 1947 firmierte. Damit rettete er die Bank bei gleichbleibenden Besitzverhältnissen. In der Leitung blieb er dann bis 1954.


Robert Pferdmenges

Geboren: 27. März 1880 in Mönchengladbach

Gestorben: 28. September 1962 in Köln


1944 verhaftete die Gestapo Pferdmenges, der als gläubiger Protestant der Bekennenden Kirche nahestand, und stellte ihn unter Hausarrest auf seinem Gut in Brandenburg. 1945 setzten ihn die Amerikaner in Köln als IHK-Präsidenten ein, aber die Briten entließen ihn 1946 nach falschen Arisierungsvorwürfen. 1947 wurde er rehabilitiert. 1950 kam er für die CDU, die er seit der Gründung mitgestaltet hatte, in den Bundestag und blieb Abgeordneter bis zum Tod. Im Parlament wirkte er an der Montanmitbestimmung mit. Pferdmenges galt seit den 1920er Jahren als Vertrauter Konrad Adenauers.

Bemerkenswert

Im Bundestag fiel Pferdmenges durch besondere Wortkargheit auf. Auf seinen Rat gründete die Familie Thyssen 1959 ihre Stiftung in Köln. Er förderte die Universität und war ehrenamtlich in der evangelischen Kirche tätig.

Spuren in der Stadt

Nach Pferdmenges ist eine Straße in Marienburg benannt. Seinen Nachlass verwahrt das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.