Der Boxer gewann Gold bei Weltmeisterschaften und Olympia. Im sportlichen Ruhestand setzt er sich für benachteiligte Kinder ein.
150 aus 150Torsten May ist Olympiasieger im Boxen

Torsten May. (Archivfoto)
Copyright: Eduard Bopp
Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 133. Teil der Serie geht es um den Boxer und Olympiasieger Torsten May.
Bedeutung
Torsten May ist Olympiasieger im Boxen. 1976 trat er in den Boxverein BSG Jahn Bad Freienwalde ein und kam 1983 auf die Kinder- und Jugendsportschule in Frankfurt/Oder. 1987 errang er den Titel des DDR‑Juniorenmeisters. Von 1986 bis 1988 absolvierte May eine Ausbildung als Mechaniker. 1990 bis 1994 war er Soldat in der Sportförderkompanie der Bundeswehr. 1991 gewann May die Deutsche Meisterschaft und in Sydney die Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht.
Dies verschaffte ihm 1992 das Ticket zur Olympiade in Barcelona, wo er im Kampf gegen den Russen Rostyslaw Saulytschnyj trotz Verletzung an der Augenbraue die Goldmedaille gewann. May kämpfte international, auch in den USA. 1993 wechselte er nach 155 Amateurkämpfen, davon 120 Siege, in die Profiliga und schloss sich dem Boxstall von Wilfried Sauerland an. 1994 wurde er Deutscher Meister im Cruisergewicht. Sein Versuch, 1996 den Weltmeistertitel im Kampf gegen Alphonso Washington in der Stierkampfarena von Palma de Mallorca zu erringen, scheiterte.
Torsten May
Geboren: 10. September 1969 in Glauchau
1999 gewann May die Europameisterschaft im Cruisergewicht. Zwei Jahre später beendete er nach 25 Kämpfen, davon 22 Siege, seine Profikarriere und war dann als Trainer tätig, unter anderem für seinen jüngeren Bruder Rüdiger, der 2003 Europameister wurde. 2004 beendete Torsten May ein Fernstudium als Fitnessfachwirt. Seit 2007 ist er als Motivationstrainer tätig.
Wirken in Köln
Seit 1996 in Köln lebend, gründeten 2006 Torsten und Rüdiger May den Maylife-Boxclub am Fühlinger See.
Bemerkenswert
Seit Jahren unterstützt Torsten May zahlreiche Benefiz-Veranstaltungen in Köln, motiviert Kinder in Schulen und unterstützt als Botschafter der Katholischen Jugendagentur (KJA) mit Sporttraining Jugendliche in schwierigen Lebenslagen, wie junge Frauen in einem Wohnheim. Für die KJA initiierte er ein Spenden-Netzwerk. May war Pate des Projekts „Sport und Bewegung in Mülheim“.
Spuren in der Stadt
2002 ernannte ihn die Stadt mit seinem Bruder zu Olympia-Botschaftern für die Rhein-Ruhr-Bewerbung 2012. Seit 2009 ist Torsten May Kölner Sportbotschafter. Er unterstützt das Deutsche Sport- und Olympia-Museum mit Workshops, als Zeitzeuge des Sports und bei Veranstaltungen.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.

