Die Leichtathletin gewann im Alter von 16 Jahren überraschend die Goldmedaille. Bis heute ist sie die jüngste Olympiasiegerin in einer Einzeldisziplin.
150 aus 150Ulrike Nasse-Meyfarth ist Olympiasiegerin im Hochsprung

Ulrike Nasse Meyfarth bei der Premiere des 10. Kölner Weihnachts-Circus im November 2025.
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 88. Teil der Serie geht es um die Sportlerin Ulrike Nasse-Meyfarth.
Bedeutung
Die Leichtathletin zählt zu den bekanntesten deutschen Sportlerinnen. Als Zwölfjährige begann sie mit der Leichtathletik. 1972 gewann die 16-Jährige, die damals beim TV Wesseling trainierte, in München überraschend die olympische Goldmedaille im Hochsprung und sprang im Anschluss auch noch Weltrekord mit 1,92 Meter. Nach einem sportlichen Tief startete sie erneut durch, gewann 1982 die Europameisterschaft und sprang mit 2,02 Meter ein zweites Mal Weltrekord.
1983 erhöhte sie in London diese Marke um einen Zentimeter. 1984 gewann sie in Los Angeles ein zweites Mal die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen und schrieb damit Geschichte: als bis heute jüngste Olympiasiegerin in einer Einzeldisziplin und damals älteste Siegerin im Hochsprung. Nasse-Meyfarth ist siebenfache deutsche Meisterin. 1981 bis 1984 wurde sie viermal in Folge zur Sportlerin des Jahres gewählt.
Ulrike Nasse-Meyfarth
Geboren: 4. Mai 1956 in Frankfurt am Main
1984 beendete Meyfarth ihre sportliche Karriere. 1999 erhielt sie den Titel „Welt-Jahrhundert-Hochspringerin“, 2011 erfolgte die Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports. Seit 1977 ist sie Mitglied beim TSC Bayer 04 Leverkusen, wo sie bis heute als Trainerin und Talentscout tätig ist. Sie meldet sich nach wie vor meinungsstark zu Wort. Jüngst kritisierte sie den Umgang mit den Erfolgen von Sportlerinnen und Sportlern aus der ehemaligen DDR, die zu wenig beachtet würden. Das Individualdoping im westdeutschen Sport vor der Wiedervereinigung werde dagegen verschwiegen.
Wirken in Köln
Mitte der 1970er Jahre trainierte Meyfarth beim ASV Köln. Sie studierte an der Deutschen Sporthochschule in Köln, wo sie 1984 ihren Abschluss als Diplom-Sportlerin machte. Für Köln wünschte sie sich in einem Interview einen Sportbeauftragten.
Bemerkenswert
1983 stand sie Arno Breker, dem in der NS-Zeit viel gefragten Künstler, Modell für eine Statue. Breker stellte sie nackt mit erhobenem rechtem Arm dar. Dies führte zu Kritik. 1985 veröffentlichte sie mit einem Co-Autor ihre Biografie „Nicht nur die Höhe verändert sich“. Sie engagiert sich für leukämiekranke Kinder und für den „Verein Kinderhilfe Organtransplantation – Sportler für Organspende“.
Spuren in der Stadt
Nasse-Meyfarth besuchte das Gymnasium Rodenkirchen.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
