Der Musiker kam 1986 zur Band und wurde für viele zur Stimme Kölns. Im Jahr 2022 nahm er vorzeitig Abschied von der Bühne.
150 aus 150Henning Krautmacher war 36 Jahre lang das Gesicht der Höhner

Henning Krautmacher bei einem Live-Karnevalsprogramm während der Corona-Pandemie im Jahr 2021 in der leeren Lanxess-Arena. (Archivbild)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 87. Teil der Serie geht es um den Musiker Henning Krautmacher.
Bedeutung
36 Jahre war Henning Krautmacher Frontmann der Kölner Kultband „Höhner“. Als Elfjähriger war er Kinderprinz in Leverkusen. Nach der Schule absolvierte er eine Lehre als Schaugewerbegestalter und begann ein Heilpädagogikstudium, das er aber wegen der Musikkarriere nicht beendete. Er war Bandmitglied bei „Locker vom Hocker“ und „Uss d’r Lameng“. 1986 kam er als Nachfolger von Peter Horn zur bekannten Musikgruppe „Höhner“. Krautmacher wurde zum Gesicht der Band – und für viele zur Stimme Kölns.
„Viva Colonia“ (2003) war einer der meistverkauften Schlager, der – in acht Sprachen übersetzt – eine Goldene Schallplatte einspielte. Zur Fußball-WM 2006 war der Song in ganz Deutschland populär. Überregional landete die Band mit „Die Karawane zieht weiter ...“, „Wenn nicht jetzt, wann dann“ und „Hey Kölle, du bes e Jeföhl“ weitere Top-Hits. Krautmacher, stets fröhlich gestimmt, fand immer Kontakt zum Publikum – und das bei bis zu 350 Konzerten pro Jahr.
Henning Krautmacher
Geboren: 5. März 1957 in Leverkusen
2022 nahm er bei den „Höhnern“ vorzeitig Abschied, um sich um seine schwerkranke Frau Anke zu kümmern. Bereits vorher war der sympathische Musiker auch abseits der Konzertbühne ein gern gesehener Gast. 2011 drehte der WDR eine Folge „Zimmer frei“ mit ihm. Er ist Buchautor, Hörbuchsprecher, Maler und Schauspieler. 2009 hatte er eine Rolle im „Tatort“, 2025 war er als Schuldirektor in der ZDF-Serie „Der Dinosaurier-Club“ und als Lehrer in dem Spielfilm „Andere Eltern – Die 1. Klasse“ zu sehen. Er wirkte mit im Theaterstück „Millowitsch. Endlich wieder lachen“ und beim Musical „Himmel und Kölle“.
Wirken in Köln
1998 veröffentlichten die „Höhner“ das Lied „Mer stonn zo dir, FC Kölle“, das seitdem als Vereinshymne gilt und bei jedem Heimspiel Gänsehaut-Emotionen verbreitet. Bereits 1985 war der Band mit „Unser Hätz schleit för der FC Kölle“ die Symbiose von Fußball und Karneval gelungen.
Bemerkenswert
Krautmacher ist passionierter Koch. Kultstatus genießt sein gezwirbelter Schnurrbart. Er ist vielfach sozial engagiert, vor allem bei Vorleseprojekten für Kinder.
Spuren in der Stadt
Krautmacher engagiert sich für das Obdachlosen-Restaurant LORE in der Domstraße, das die „Höhner“ seit der Eröffnung 1994 unterstützen.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.

