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150 aus 150Udo Kier war Kölns einziger Hollywood-Star

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Der Schauspieler Udo Kier spricht bei einem Empfang der Stadt Köln.

Der Schauspieler Udo Kier bei einem Empfang der Stadt Köln im September 2024.

Der Schauspieler hat in 280 Filmen mitgewirkt, darunter Werke von Rainer Fassbinder, Christoph Schlingensief und Lars von Trier.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 86. Teil der Serie geht es um den Schauspieler Udo Kier.

Bedeutung

Kurz nach der Geburt von Udo Kier, Kölns einzigem Hollywood-Star, wurde das Drei-Königen-Hospital in Mülheim, wo er zur Welt kam, bombardiert. Mutter und Kind wurden verschüttet, aber gerettet. Kier arbeitete bei Ford, lernte Großhandelskaufmann und ging nach London auf die Schauspielschule. Dort entdeckte ihn Regisseur Michael Sarne, der ihm 1966 seine erste Rolle in dem Film „Road to Saint Tropez“ gab.


Udo Kier (Kierspe)

Geboren: 14. Oktober 1944 in Köln

Gestorben: 23. November 2025 in Palm Springs


1970 trat Kier in dem Horrorfilm „Hexen bis aufs Blut gequält“ auf, der jahrelang auf dem Index stand. Damit begann seine Karriere im Horror- und Vampirgenre. Mit Andy Warhol drehte er „Frankenstein“ und „Dracula“. Es folgten ähnliche Filme, deren Betrachtung nur enthusiastischen Fans empfohlen wird. Gleichzeitig spielte er in Filmen von Rainer Werner Fassbinder, so in „Lili Marleen“. 1991 verschaffte ihm Gus Van Sant eine Rolle im Erfolgsfilm „My Private Idaho“. Lars von Trier setzte ihn in mehreren seiner Filme ein. Kier avancierte zum Charakterschauspieler, verlor aber nie den Drang zum Trash.

Weltweit Bekanntheit erlangte er mit seinem Auftritt 1992 im Musikvideo „Deeper and Deeper“ von Madonna und 1996 in „Barb Wire“ mit Pamela Anderson. Christoph Schlingensief verpflichtete Kier für einige Filme und inszenierte mit „Tod eines Weltstars“ ein Porträt des Schauspielers. Kier blieb Deutschland treu. So spielte er im „Tatort“ und im „Polizeiruf 110“ mit, ebenso in der Komödie „1 ½ Ritter“ und übernahm die Hauptrolle in allen 41 Folgen der Kinderfernsehserie „4 gegen Z“. Über seine Karriere sagte Kier einmal: „Ich habe über 220 Filme gedreht. Von diesen 220 Filmen sind 100 Filme nicht gut, 50 sind okay und 50 sind sehr gut.“ Später kam er auf 280 Auftritte.

Wirken in Köln

1973 lebte er für zehn Jahre hier und lernte die Kunstszene kennen. Er hielt sich gerne in seiner Heimatstadt auf, wo er als Jugendlicher im Kirchenchor gesungen hatte, und besuchte regelmäßig den Dom.

Bemerkenswert

Der Schauspieler wohnte in Palm Springs in einer alten Stadtbücherei. 1985 versuchte er sich als Sänger.

Spuren in der Stadt

Im ehemaligen Umspannwerk der KVB in Ostheim war Kier in den 1970er Jahren Nachbar des Künstlers Marcel Odenbach.


Der Autor der Serie zu 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biografien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.