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150 aus 150Christiane Woopen war Vorsitzende des Deutschen Ethikrates

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Die Medizinethikerin Christiane Woopen.

Die Medizinethikerin Christiane Woopen.

Die Medizinethikerin war lange Professorin an der Universität zu Köln. Als Expertin beriet sie unter anderem die Bundesregierung.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 85. Teil der Serie geht es um die Medizinethikerin Christiane Woopen.

Bedeutung

Christiane Woopen ist eine international bekannte Medizinethikerin. Sie studierte 1982 bis 1988 Humanmedizin in Köln und 1990 bis 1995 Philosophie in Bonn und Hagen. 1993 promovierte sie in Bonn zur Dr. med. 2005 habilitierte sie sich an der Universität Köln. 2009 bis 2021 hatte sie hier eine Professur für Ethik und Theorie der Medizin inne. Sie leitete zugleich die Forschungsstelle Ethik und war von 2013 an bis zum Ausscheiden in Köln Direktorin des Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres). 2011 bis 2019 war sie Prodekanin.

Seit 2021 ist sie Professorin an der Universität Bonn im transdisziplinären Forschungsbereich „Individuen, Institutionen und Gesellschaften“. 2012 bis 2016 war Woopen Vorsitzende des Deutschen Ethikrates und 2017 bis 2021 des Europäischen Ethikrates. Sie beriet die Unesco und als Co-Sprecherin der Datenethikkommission die Bundesregierung. In der Corona-Krise war sie Mitglied im Expertenrat beim NRW-Ministerpräsidenten. Dort warb sie für einen ganzheitlichen Blick und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Situation von Menschen, die nicht im Fokus standen, wie Kinder und Jugendliche.


Christiane Woopen

Geboren: 12. Dezember 1962 in Köln


Woopen äußert sich zu aktuellen Fragen aus Sicht der Ethik, die für sie nicht die Aufgabe hat, Verbote oder Erlaubnisse zu erteilen, sondern die Frage von Sinn und Wohl für die Menschen zu erklären. Die Aufgabe der Ethik als Wissenschaftsdisziplin liegt für sie „in der positiven Gestaltung, nicht in der Grenzziehung – und das nicht für, sondern mit der Gesellschaft“. Dabei behandelt sie öffentlich aktuelle Themen wie Suizidbegleitung, Schwangerschaftsabbruch oder den Einsatz von KI.

Wirken in Köln

1989 bis 1991 war sie als Ärztin im Praktikum und als Assistenzärztin am Evangelischen Krankenhaus Weyertal tätig. 2025 schlug sie im „Kölner Stadt-Anzeiger“ für den Neumarkt einen „Markt der neuen Ideen“ vor, auf dem frei gesprochen werden kann, ähnlich wie beim Speakers’ Corner in London.

Bemerkenswert

Im Sommer 2003 besuchte sie eine Schreibwerkstatt mit dem Schriftsteller Bodo Kirchhoff, um aus der „Wissenschaftssprache heraus einfach einmal ins Erzählen zu kommen“.

Spuren in der Stadt

Woopen war Schülerin der Liebfrauenschule.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.