Die Architektin war von 1999 bis 2012 Dombaumeisterin. Unter ihr wurde unter anderem das Richter-Fenster eingebaut.
150 aus 150Barbara Schock-Werner war die erste Frau an der Spitze der Dombauhütte

Barbara Schock-Werner vor dem Richter-Fenster im Kölner Dom. (Archivfoto)
Copyright: Alexander Schwaiger
Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 84. Teil der Serie geht es um die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner.
Bedeutung
Nach der Schule absolvierte die gebürtige Schwäbin Schock-Werner eine Bauzeichnerlehre sowie ein Maurer- und ein Zimmermannspraktikum. Anschließend studierte sie Architektur in Stuttgart. Sie arbeitete bei Frei Otto im Institut für leichte Flächentragwerke und am Olympiadach in München. Als Ingenieurin war sie nach dem Studium in einem Stuttgarter Architektenbüro mit Schwerpunkt Denkmalschutz tätig, studierte dann Kunstgeschichte und Geschichte in Stuttgart, Wien, Bonn und Kiel. Sie promovierte 1981 über das Straßburger Münster und lehrte in Nürnberg, Erlangen sowie Stuttgart.
1989 ernannte die Bayerische Staatsregierung sie zur Honorarprofessorin. 1999 habilitierte sie sich in Kunstgeschichte in Würzburg. 1997 wählte das Metropolitankapitel der Hohen Domkirche zu Köln Schock-Werner zur Dombaumeisterin und damit zur ersten Frau in diesem Amt, das sie von 1999 bis 2012 ausübte. Seit 2005 nimmt sie eine Honorarprofessur an der Universität Bonn wahr. Schock-Werner legte eine Vielzahl von Publikationen vor.
Barbara Schock-Werner
Geboren: 23. Juli 1947 in Ludwigsburg
Wirken in Köln
Schock-Werner war verantwortlich für Kölns wichtigstes Bauwerk und engagierte sich vehement für die Kathedrale. Herausragende Ereignisse in dieser Zeit waren die Neugestaltung der Südseite des Doms mit Eingang zur Turmbesteigung und Andenkenladen sowie der Einbau des neuen Südquerhausfensters nach dem Entwurf von Gerhard Richter. Nach dem Eintritt in den Ruhestand übernahm sie den Vorsitz im Förderverein zum Erhalt der Römischen Stadtmauer. Seit 2024 ist sie als erste Frau in diesem Amt Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins, der inzwischen mehr als 25.000 Mitglieder hat.
Bemerkenswert
1995 wurde sie zur Vizepräsidentin der Deutschen Burgenvereinigung gewählt, von 2013 bis 2019 war sie deren Präsidentin. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ernannte Schock-Werner 2019 zur Koordinatorin der deutschen Hilfe für die Großbrandschäden an der Pariser Kathedrale Notre-Dame.
Spuren in der Stadt
Schock-Werner kommentiert im „Kölner Stadt-Anzeiger“ in der Serie „Auf den Punkt“, aufgezeichnet von Joachim Frank, regelmäßig Missstände in der Stadt. Mit Bezug auf diese Serie kritisierte sie unlängst den Verfall von Ehrengräbern auf dem Friedhof Melaten.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
