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Kölner FestungstageEin Blick hinter die Kulissen von Fort Paul und Co.

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Leonard Böing und Alexander Hess stehen an einem Geländer des Fort IV.

Leonard Böing (links) und Alexander Hess vom Verein Fortis Colonia stellten das Programm der Kölner Festungstage 2026 im historischen Kernwerk von Fort IV, dem „Fort Paul“ im Volksgarten, vor.

Am Wochenende öffnen Kölner Festungswerke ihre Tore. Zwischen 2000 Jahren Kölner Stadtgeschichte und Volksgarten aus der Vogelperspektive.

Wer den Volksgarten aus der Vogelperspektive erleben möchte, hat dazu am Wochenende Gelegenheit. Das Fort Paul mit seinen markanten Treppentürmen gehört zu den militärischen Baudenkmälern, die an den „Kölner Festungstagen“ öffentlich zugänglich gemacht werden. Das Motto der 28 kostenlosen Führungen und Radtouren lautet „Türme, Tore, Festungswerke – sichtbare Zeichen der Wehrhaftigkeit“. Zu sehen sind am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Juli, Bauwerke aus 2000 Jahren Kölner Stadtgeschichte.

Die Türme des 1822 bis 1824 errichteten Fort Paul passen zum Motto natürlich bestens. Als der Volksgarten entstand, war die preußische Verteidigungsanlage die erste in Köln, die in ein „grünes Fort“ mit ziviler Nutzung verwandelt wurde. In einem Teil des Grabens ließ Gartendirektor Adolf Kowallek in den Jahren 1887 bis 1889 einen Garten anpflanzen und neue Treppentürme errichten, die zu einem Biergarten auf dem Dach führten. „Auf Postkarten stand, dass man von dort das Siebengebirge sieht“, so Leonard Böing vom „Fort Paul e.V.“, der das verbliebene Kernwerk sanieren und kulturell wiederbeleben möchte. Heute wird der Blick von hohen Bäumen begrenzt, aber der Rosengarten neben dem Fort ist gut zu sehen – und das notdürftig geflickte Dach, das nicht ganz dicht ist.

„Unser Ziel ist, auf die Baudenkmäler aufmerksam zu machen, damit sie wertgeschätzt und unterhalten werden“, so Alexander Hess vom Verein „Fortis Colonia“, der die Festungstage zusammen mit dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz und dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen veranstaltet. Insgesamt werde zu wenig in die Bausubstanz investiert. Dabei hätten die Anlagen Köln geprägt und prägten sie noch heute. Gezeigt werden neben preußischen Festungen wie das Fort X am Neusser Wall oder das Zwischenwerk Va in Müngersdorf auch mittelalterliche Denkmäler wie der Zündorfer Wehrturm oder das Eigelsteintor. Auch römische Relikte gehören zum Programm.

Führung durch den Tiefbunker der Reichsbahn in Nippes

Zu den Höhepunkten zählt Alexander Hess die Führung durch den Tiefbunker der Reichsbahn in Nippes, der am Sonntag ab 15 Uhr erstmals im Rahmen der Festungstage gezeigt wird. Gebaut wurde er 1941 als Luftschutz-Leitstelle der Reichsbahn. Christian Kleefisch, Werk-Luftschutzleiter, kam Ende 1944 bei einem Bombentreffer in seinem Büroraum ums Leben. Noch heute zeugt ein Loch in der Betondecke von dem Vorfall. Die Arbeitsgemeinschaft Festung Köln hat die Räume originalgetreu eingerichtet. Der Bunker befindet sich am Ende der Wagenhallenstraße in Nippes.

Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner eröffnet die Festungstage am Freitag, 10. Juli, 18 Uhr, mit einem Vortrag im Domizil der Blauen Funken am Sachsenring. Anmeldungen sind für die Führungen nicht notwendig, bis auf eine Ausnahme: Die Mauerreste des Fort III am Bonner Wall befinden sich in einer privaten Tiefgarage. Anmeldungen für die Führungen am Samstag um 14 Uhr und um 15 Uhr werden bis zum 9. Juli unter der E-Mail-Adresse wouellen@gmail.com entgegengenommen. Das gesamte Programm kann unter www.fortis-colonia.de heruntergeladen werden, Broschüren mit Karte liegen im Deutzer Stadthaus, in der Tourist-Information am Dom, in Bezirksrathäusern sowie einigen Stadtteilbibliotheken und Buchhandlungen aus.