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Wirbel um neuen Dom-EintrittVatikan-Berater fordert Proteste in Köln – Kritik von Ex-Ministerin

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Der Kölner Dom kostet bald zwölf Euro Eintritt. (Archivbild)

Der Kölner Dom kostet bald zwölf Euro Eintritt. (Archivbild)

Vatikan-Berater Manfred Lütz warnt vor den Folgen des neuen Eintritts für den Dom. Auch eine Kölner Politikerin meldet sich zu Wort. 

Am neuen Eintritt für den Kölner Dom wird Kritik laut: Der Theologe und Psychiater Manfred Lütz warnt vor einer Musealisierung des Kölner Doms durch die neue Eintrittsgebühr. „Es ist eigentlich ein Schritt der Verabschiedung des Christentums aus der deutschen Öffentlichkeit“, sagte Lütz am Mittwoch dem Deutschlandfunk. „Der Kölner Dom hat ja auch einen symbolischen Charakter. Die Kirche musealisiert sich.“

Der Dom sei ein Glaubensbekenntnis, sagte der Vatikan-Berater. Auch Atheisten besuchten das Weltkulturerbe. „Diese Erlebnisse – in den Dom zu gehen und einmal zu schauen, was dann passiert – die wird es nicht mehr geben. Und das finde ich unglaublich schade.“ Lütz forderte Kölnerinnen und Kölner zu Protesten auf. Auch eine Erhöhung der staatlichen Zuschüsse könnte eine Lösung sein.

Eintritt für Kölner Dom: Theologe fordert Proteste

Ab dem 1. Juli kostet der Kölner Dom für Touristinnen und Touristen zwölf Euro Eintritt. Für Gottesdienst und Gebet bleibt Deutschlands bekannteste Kirche weiterhin gratis zugänglich. Zudem gibt es weitere Ausnahmen und Ermäßigungen. Mit der neuen Eintrittsgebühr will das Domkapitel die Finanzlage der Kathedrale verbessern. Seit Jahren verursacht das Bauwerk mehr Kosten als Einnahmen. Im laufenden Jahr sind Ausgaben von 16 Millionen Euro geplant.

Kritik insbesondere an der Höhe des Eintritts für den Dom kommt unterdessen auch von der ehemaligen NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP). „Der Kölner Dom ist DAS Wahrzeichen der Stadt und mit jährlich rund sechs Millionen Menschen die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Deutschland. Ob das so bleibt, darf bezweifelt werden“, schrieb Gebauer im sozialen Netzwerk Facebook.

Ex-NRW-Ministerin kritisiert Preis: „Rechtfertigt die Höhe nicht“

„Dass die ‚Besichtigungsgebühr‘ dem Erhalt des imposanten Bauwerks dienen und sozialverträglich ausgestaltet sein soll, rechtfertigt in meinen Augen ihre Höhe nicht“, schrieb die Kölner FDP-Politikerin weiter und fügte hinzu: „Erst recht nicht in einer Zeit, in der viele Menschen jeden Euro zweimal umdrehen müssen.“

Sie bezweifle, dass sich die katholische Kirche in Deutschland, „die nach wie vor hohe Kirchenaustrittszahlen verzeichnet“, damit einen Gefallen tue, so Gebauer. „Als Kölnerin fällt mir die Vorstellung schwer, dass der Dom als Herz der Stadt schon in wenigen Wochen nicht mehr für alle zugänglich sein wird“, fügte die Ex-Ministerin hinzu. 

Kritik auch vom Zentral-Dombau-Verein – Touristen uneinig

Kritik an der Höhe des Eintritts hatte es zuvor auch vom Zentral-Dombau-Verein (ZDV) gegeben. ZDV-Präsidentin Barbara Schock-Werner bewertete die Preisstufung im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ als sehr teuer. „Ich befürchte, dass die Besucherzahlen einbrechen werden“, sagte die Ex-Dombaumeisterin dieser Redaktion. „Auch wenn ich die Zwänge des Domkapitels sehe, bleibe ich bei meiner grundsätzlichen Kritik an einem Eintrittsgeld für den Dom: Es muss nicht-kommerzielle Räume geben.“

Bei einer Befragung von Touristen vor dem Kölner Dom zeigte sich derweil kein eindeutiges Stimmungsbild. Manche der Befragten befanden den Eintrittspreis für zu hoch, andere Reisende hielten einen Preis von zwölf Euro angesichts der Bedeutung und Strahlkraft des Doms derweil für gerechtfertigt. (mit kna)