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„Einfach zu beeindruckend“Dom-Besuch kostet zwölf Euro – Was Touristen in Köln dazu sagen

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In den Genuss dieses Anblickes soll ab 1. Juli im Grunde nur noch kommen, wer Eintritt zahlt. Ab dann kostet der Besuch des Kölner Doms Eintritt. (Archiv)

In den Genuss dieses Anblickes soll ab 1. Juli im Grunde nur noch kommen, wer Eintritt zahlt. Ab dann kostet der Besuch des Kölner Doms Eintritt. (Archiv)

Total gerechtfertigt, viel zu viel, gut, dass Kölner auch zahlen müssen – was Touristen aus dem In- und Ausland zum Eintrittspreis des Kölner Doms sagen.

Dom-Besucher müssen ab dem 1. Juli zwölf Euro Eintritt zahlen. Mit der Gebühr sollen Pflege, Schutz und Betrieb der Kathedrale sichergestellt werden. Wer einen Gottesdienst besuchen, eine Kerze anzünden oder zum persönlichen Gebet in die Kathedrale gehen möchte, soll dies weiterhin kostenfrei machen können. Dafür werden gesonderte Zugangsbereiche eingerichtet. Zudem gibt es weitere Ausnahmen und Ermäßigungen.

In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Eine Ausnahme ist etwa der Berliner Dom. Ein Besichtigungsticket für diese evangelische Kirche kostet 15 Euro – pro Jahr. Der Eintritt beim Kölner Dom gilt für einen einmaligen Besuch.

Wir haben Touristen gefragt, was sie zu dem Betrag sagen und ob sie dennoch den Dom besichtigen würden.

Jörg Schadwald, Düsseldorf

Jörg Schadwald bummelte just in dem Augenblick über die Domplatte, als der Preis von zwölf Euro verkündet wurde.

Jörg Schadwald bummelte just in dem Augenblick über die Domplatte, als der Preis von zwölf Euro verkündet wurde.

„Ich finde das an sich nicht gut. Ich bin selbst nicht wirklich gläubig, aber meine Mutter war es sehr. Und in der Bibel steht doch: Macht aus meinem Haus keine Markthalle. Genau deshalb finde ich es nicht okay, Eintritt zu verlangen, auch keinen kleinen Betrag wie vier Euro. So etwas sollte auf Spendenbasis laufen, freiwillig.

Viele Leute können sich das heute einfach nicht mehr leisten, und denen dann den Zutritt zu verwehren, finde ich nicht in Ordnung. Ich weiß, wer beten oder eine Kerze anzünden möchte, der soll angeblich trotzdem reinkönnen. Aber wie man das praktisch regeln will, das frage ich mich auch. Ich verstehe schon, dass die Instandhaltung viel Geld kostet, aber trotzdem finde ich es nicht in Ordnung. “


Lisa und Sonja, Sydney (Australien)

Zwei Frauen in gestreiften Hemden vor dem Kölner Dom.

Lisa (l.) und Sonja aus Sydney sind mit einer Reisegruppe in Köln unterwegs.

„Wir würden bezahlen, aber teuer ist das schon. Aber wenn das Geld wirklich in die Restaurierung und den Erhalt fließt, dann lohnt sich das. Manchmal verschwinden solche Gebühren ja auch und landen in den falschen Taschen. Für Kathedralen zahlen wir in Australien bei uns eigentlich nicht, wir haben auch nicht so viele, und die sind nicht so alt wie der Dom.“


Mike, USA

„Ich würde die zwölf Euro bezahlen. Wenn ich überlege, was uns Amerikaner dieser Europa-Urlaub kostet, denke ich: Zwölf Euro pro Person sind wirklich nur ein kleiner Betrag. Und außerdem: Komme ich dadurch vielleicht schneller durch das Fegefeuer?“


Marie Meissner mit Xenia Pöpel, Frankfurt

Zwei Frauen stehen Arm in Arm vor einer Menschenmasse am Dom

Marie Meissner (rechts) und Xenia Pöpel kamen aus Frankfurt an den Rhein.

„Wir sind heute extra in den Dom gegangen – wir wussten nämlich schon, dass es eines Tages etwas kosten wird. Hätten wir heute schon zahlen müssen, wären wir ehrlich gesagt nicht hineingegangen. Was wir gerechtfertigt fänden? Vielleicht drei Euro für Erwachsene und einen Euro für Kinder. Fünf Euro wären uns schon zu viel. Uns hat es gut gefallen im Dom, und wir waren auch nicht zum ersten Mal drin.“


Aakash Mishra, Indien

Aakash Mishra ist aus Indien angereist.

Aakash Mishra ist aus Indien angereist.

„Stellen Sie sich vor: Ein so altes Bauwerk, so gut erhalten – da ist es doch völlig in Ordnung, dafür etwas zu verlangen. Die Instandhaltung kostet schließlich viel. In Indien zahlt man auch für Gotteshäuser, aber da ist es unterschiedlich: Touristen zahlen deutlich mehr als Einheimische. Irgendwo zwischen zehn und 15 Dollar für Touristen, für Inder selbst eher ein bis zwei Dollar, manchmal bis zu fünf. Ein solches Modell könnte man ja auch hier überlegen. Aber für mich gilt grundsätzlich: Man sollte auf jeden Fall etwas bezahlen, um das hier zu sehen. Es ist einfach zu beeindruckend.“


Klaus Kössinger, Leverkusen

Klaus Kössinger kam aus der Nachbarstadt Leverkusen nach Köln.

Klaus Kössinger kam aus der Nachbarstadt Leverkusen nach Köln.

„Zwölf Euro, das ist ein bisschen viel, finde ich. Ich würde sagen, vier Euro maximal wären okay. Das fände ich gerechtfertigt. Aber auch Kölner sollten ruhig zahlen – das finde ich schon richtig so.“


Marg Duncan mit Tochter Rosie, Australien

Zwei Frauen mit Sonnenhut und Brille stehen vor dem Dom.

Marg Duncan (r.) und reist mit ihrer Tochter Rosie (l.) durch Deutschland.

„Ich würde die zwölf Euro Eintritt bezahlen. Ich frage mich aber: Wie unterscheidet man zwischen Einheimischen, die zum Beten kommen, und Touristen, die einfach schauen wollen? Ich finde, die Menschen sollten das Recht haben, zum Beten hereinzugehen, ohne zu zahlen.

Bestimmt ist die Instandhaltung sehr teuer, jemand muss dafür zahlen, das verstehe ich schon. Bei uns in Australien kosten Kathedralen keinen Eintritt, nie. Würde ich in Köln trotzdem zwölf Euro zahlen? Na ja, wenn es der einzige Weg ist, den Dom zu sehen, und ich von der anderen Seite der Welt angereist bin, dann haben sie mich ja in der Hand, oder?“