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Demo gegen Luxus-Projekt am Dom„Flamingo-Revolution“ – Proteste gegen Trump-Tochter erreichen Köln

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Donald Trump zusammen mit seiner Tochter Ivanka. (Archivbild)

Donald Trump zusammen mit seiner Tochter Ivanka. (Archivbild)

In Albanien gibt es Proteste gegen ein Luxus-Resort mit Verbindungen zum Trump-Clan. Nun schwappt die „Revolution“ auch nach Köln. 

Die Proteste gegen ein in Albanien geplantes Luxus-Urlaubsresort, das mit Ivanka Trump, der Tochter von US-Präsident Donald Trump, und ihrem Ehemann Jared Kushner in Verbindung steht, haben am Wochenende auch Köln erreicht.

Nach Angaben der Kölner Polizei versammelten sich mehrere Hundert Menschen am Sonntagnachmittag auf der Domplatte und demonstrierten gegen die Entwicklungen in ihrem Heimatland und Ministerpräsident Edi Rama.

Besondere Vorkommnisse habe es nicht gegeben, erklärte ein Polizeisprecher auf Anfrage dieser Redaktion. Auch in Albanien gingen am Wochenende erneut tausende Menschen auf die Straße. 

Proteste gegen geplantes Luxus-Urlaubsresort in Albanien

Das Luxus-Urlaubsresort soll in Zvernec, rund 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tirana, gebaut werden – die Pläne sorgen in Albanien bereits seit Wochen für hitzige Debatten und Proteste.

Dem Plan zufolge ist auch die Umwandlung der unbewohnten Insel Sazan – einst eine geheime kommunistische Militärbasis – in einen glanzvollen Urlaubsort vorgesehen. Die Lagune Vjosa-Narta an der südlichen Adriaküste ist ein bedeutendes Rastgebiet für Zugvögel und Flamingos und bietet Lebensraum für mehr als 200 Tierarten.

Bedrohte Zugvögel: Proteste werden zu „Flamingo-Revolution“

Nun stellte sich heraus: Die Regierung in Tirana hatte das Projekt bereits Anfang 2025 genehmigt – intransparent, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die durch die Pläne bedrohten Flamingos dienen deshalb nun als Namensgeber für die Proteste, die mittlerweile als „Flamingo-Revolution“ bekannt geworden sind. Die Demonstranten fordern nicht nur einen Stopp des Projekts, sondern auch einen Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama.

Seit Wochen gibt es in Albaniens Hauptstadt Tirana Proteste gegen ein geplantes Luxus-Urlaubsresort. (Archivbild)

Seit Wochen gibt es in Albaniens Hauptstadt Tirana Proteste gegen ein geplantes Luxus-Urlaubsresort. (Archivbild)

Die albanische Regierung versucht seit langer Zeit, ihre Wirtschaft durch den Tourismus anzukurbeln. Die Familie von Trump hat weltweit vielfach in Luxus-Projekte investiert. Kritiker werfen nicht nur Trumps Söhnen, sondern auch Kushner und seiner Frau vor, die Präsidentschaft Trumps für eigene Geschäfte zu nutzen.

„Das ist eine Revolution, eine friedliche Revolution“

Bei den seit Wochen laufenden Protesten demonstrieren überwiegend junge Menschen gegen die Pläne des Trump-Clans und der albanischen Regierung, die sie als „Ausverkauf“ des Landes betrachten.

„Das ist ein historischer Moment“, zitierte die „taz“ etwa Fatos Lubonja, einen der bedeutendsten Schriftsteller des Landes. „Das ist eine Revolution, eine friedliche Revolution.“ Am Samstagabend nahm der 75-Jährige an der Seite der meist jungen Demonstranten an den Protesten in Tirana teil, berichtete die Zeitung weiter.

Albanische Regierung hält an Tourismus-Plänen fest

Ministerpräsident Rama hält unterdessen trotz der Proteste an den Plänen fest. „Ich werde Albanien zur Prinzessin der Urlaubsziele am Mittelmeer machen“, erklärte der Regierungschef kürzlich, konnte die Proteste damit jedoch nicht stoppen. 

„Flamingo-Revolution“ in Albanien: Tausende gehen in Tirana seit Wochen gegen die Pläne der Regierung auf die Straße. (Archivbild)

„Flamingo-Revolution“ in Albanien: Tausende gehen in Tirana seit Wochen gegen die Pläne der Regierung auf die Straße. (Archivbild)

Gleichzeitig ermittelt die albanische Staatsanwaltschaft für Korruption und organisiertes Verbrechen (Spak) im Dunstkreis des Tourismus-Projekts. Am Freitag beantragte sie 20 Haftbefehle, von denen einige in Zusammenhang mit dem Bauprojekt im Umfeld von US-Präsident Trump stehen könnten.

Haftbefehle beantragt: Zusammenhang zu Trump-Projekt?

Spak teilte am Samstag mit, dass eine Untersuchung des internationalen Kokainhandels die Beteiligung mehrerer Albaner ergeben habe, „die im Verdacht stehen, der Verschleierung der Herkunft von Vermögenswerten und der Einschleusung illegaler Erlöse in die formelle Wirtschaft zu dienen“.

Laut Spak wurden Gerichte ersucht, die Festnahme von 20 Menschen anzuordnen; bis Samstag seien vier festgenommen worden. Die Gerichte hätten die vorsorgliche Beschlagnahmung „mehrerer Vermögenswerte im Zusammenhang mit Verkaufskontrakten“ angeordnet.

In diesen Verträgen wurden auch die Initialen von Firmen und Menschen erwähnt, die für Beteiligte an dem umstrittenen Bauprojekt in einem Naturschutzgebiet an der albanischen Küste stehen könnten. In der Erklärung ist von Bauprojekten „in Küstengebieten“ die Rede, Zvernec wird jedoch nicht ausdrücklich erwähnt. (mit afp)