Unter dem Motto: „Für unsere Dorftradition, Auflagen runter, Stimmung hoch“, demonstrieren am 4. Juli Pattscheider, Romberger und Linder.
PaRoLi kapituliert vor AuflagenAbsage in Leverkusen – Statt Traditionsumzug gibt's eine Demo

Tradition in Pattscheid-Romberg-Linde: Mit Traktoren durch die Dörfer
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Den Gedanken äußern Veranstalter in der Stadt schon seit einigen Jahren, eher leise und hinter vorgehaltener Hand: „Wenn wir den Zug nicht genehmigt kriegen, melden wir eben eine Demonstration an.“ Passiert ist das noch nie, irgendwie konnten die Karnevals-, Schützen-, Martins- und sonstigen Festzüge doch immer gehen, wenn auch teilweise in abgespeckter Form und immer unter hohem organisatorischem Aufwand.
Auflagen runter, Stimmung hoch
Die Dorfgemeinschaft Pattscheid-Romberg-Linde – liebevoll „PaRoLi“ genannt – zieht es jetzt durch. Sie hat für Samstag, 4. Juli, das Wochenende ihres Dorffestes, anstelle des traditionsreichen Festzuges eine Demo angemeldet. Das Motto: „Für unsere Dorftradition, Auflagen runter, Stimmung hoch.“ Schon im vergangenen Jahr war der Umzug wegen Sicherheitsauflagen auf der Kippe gestanden, hatte dann unter großer Kraftanstrengung der Veranstalter auf verkürzter Wegstrecke stattgefunden, ein für alle Beteiligten unbefriedigendes Erlebnis.

Aufruf der Dorfgemeinschaft zur Demo
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„Aufgrund der Auflagen von den Behörden können wir den Umzug weder organisatorisch noch finanziell dieses Jahr stemmen, daher haben wir uns dazu entschlossen, eine Demonstration anzumelden“, sagt Sebastian Folkers, Sprecher der Dorfgemeinschaft. Da dieses Thema viele Vereine betreffe, habe die Dorfgemeinschaft mehr als 30 Vereine aus Leverkusen und dem Rhein-Bergischen Kreis eingeladen, an der Demonstration teilzunehmen. „Aktuell haben wir bereits rund 150 Anmeldungen, wir erwarten circa 250 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus sämtlichen Vereinen“, sagt Folkers. Das Feedback der Vereine sei durchweg positiv gewesen, da viele bei ihren Veranstaltungen mit den gleichen Problemen konfrontiert seien.
Tradition seit mehr als 70 Jahren
Seit 73 Jahren gibt es den PaRoLi-Festzug. Mit geschmückten Traktoren, kostümierten Fußgruppen, Hofstaat und Königspaar, viel Musik und Kamelle ziehen die Mitglieder der Dorfgemeinschaft über die Burscheider Straße. Nicht nur kamellesammelnde Kinder, gerade auch ältere Dorfbewohner lieben das Spektakel in den sonst beschaulichen Örtchen, das die Nachbarschaft an einem Wochenende im Jahr auf die Straße und näher zusammenbringt.

Im Festumzug am Samstag liefen viele Karnevalsvereine mit.
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Früher verlief der Zug über die bergaufwärts führende Spur der Burscheider Straße, der Gegenverkehr konnte langsam passieren, wer hinter den Zug geriet, musste eventuell etwas Geduld aufbringen, bis der Tross zum Überholen eine Pause einlegte. Das habe all die Jahre gut funktioniert, sagen die Veranstalter. Im vergangenen Jahr dann forderte die Stadt einen Verkehrssicherungsplan: Die Burscheider Straße und alle Zuwege müssten für den Veranstaltungszeitraum von den Veranstaltern komplett gesperrt werden, inklusive Durchfahrtssperren und Ordnern an allen Zufahrten. Außerdem müsse die Sperrung über Schilder angekündigt und eine Umleitung ausgeschildert werden. Die gleichen Auflagen seien auch für den diesjährigen Umzug gestellt worden, sagt Folkers.
Verkürzte Strecke kam nicht gut an
In einem Ortstermin mit Polizei, Ordnungsamt und Oberbürgermeister konnte ein Kompromiss gefunden und durch Sponsoren der finanzielle Schaden abgemildert werden. Rückblickend aber hatte Simone Neugebauer, 1. Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, schon kurz danach gesagt: „Das war keine gute Lösung. Es schmerzt uns, dass wir nicht alle mitnehmen konnten.“ Es waren weniger Zuschauer gekommen, gerade für Ältere, die früher nur vor die Tür treten mussten, war die geänderte Strecke wohl zu weit. Durch die Vollsperrung der Burscheider Straße fuhr auch die Wupsi das Festgelände nicht mehr an. „Wir waren abgeriegelt. Auswärtigen war es kaum möglich, zu uns zu kommen“, sagt Folkers. So ist ein Stück Tradition schon im vergangenen Jahr buchstäblich auf der verkürzten Strecke geblieben.
Das will die Dorfgemeinschaft nicht weiter hinnehmen, deswegen die Demonstration, betont Sebastian Folkers: „Wir zeigen nicht mit dem Finger auf irgendjemanden, sondern wir demonstrieren für uns. Wir wollen auf das aufmerksam machen, was uns wichtig ist.“ Wenn der Zug einmal ersatzlos abgesagt würde, käme er nie wieder, ist er überzeugt. Deswegen seien alle herzlich eingeladen, sich ihrem Tross entlang der traditionellen Festzugstrecke anzuschließen. „Wir stehen ein Jahr vor unserem 75. Jubiläum. Uns ist es wichtig, eine klare Haltung für unsere Tradition einzunehmen.“
